"Standart" vs "Potterlarp"

Hier könnt ihr euch über alles unterhalten, das nicht mit dem Hogwarts Express LARP zu tun hat - sprich; "Offtopic" ist.
Die Themen müssen auch nicht zwingend Harry Potter bezogen sein ;)
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Kisa
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"Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Kisa » 10. Nov 2015, 15:04

Hallo ihr Lieben,

Ich hätte eine Bitte an euch.
In zwei Wochen ist der "Mittelpunkt"- das Jahrestreffen des Deutschen LARP Verbandes. Ich wurde angefragt einen Vortrag über Harry Potter LARP zu halten. Das interessanteste sind natürlich die Unterschiede zum "Standart LARP".

Es wäre toll wenn ihr mir dazu ere Sicht der Dinge schildert. Gerne auch via PN wenn es nicht jeder lesen soll. Auch sehr gerne positive UND negative Unterschiede :)

Wird natürlich anonym und nur inhaltlich in meinem Vortrag verwendet :)

DANKE!
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Shen
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Shen » 10. Nov 2015, 15:12

Hmm, da würde ich ja auch gern hin^^
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Gamilia
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Gamilia » 10. Nov 2015, 16:23

Unterschiede:

Ganz klar die Alter (13-17/18 für viele)
Eine andere Struktur art (Geplanter Unterricht)
Je nach Larp, mehr vorstellungskraft erforderlich (durch die Zauber) (Edit; Auser natürlich Fantasy larps mit magier x'D)
Mehr Vorbereitung (Unterrichte und co. Man muss zum auspielen ja alle zauber wissen usw)
Anfänger freundlich, viele neulinge im Larp bereich die kaum auffallen
Ausgeglichen (Rätzel / Action ) (Edit: kommt natürlich aufs Larp und Orga an)

Auf anhieb die dinge die mir einfallen
Zuletzt geändert von Gamilia am 10. Nov 2015, 17:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Der Blutige Baron » 10. Nov 2015, 16:31

Zauber kennen ist im Fantasy-Larp genauso, ebenso wie die Vorstellungskraft.
Rätsel und Action hängen von der Orga ab ^^

Den größten Unterschied sehe ich darin das nicht jeder der Held ist und es auch nicht sein will.
Schüler haben Angst, halten sich zurück, fliehen, Ritter und Magier im Larp gehen los und machen es kaputt, egal was da kommt (auch wenns nicht immer funktioniert)

Um diesen Unterschied gleich weiter aufzunehmen:
Autoritätspersonen werden mit Respekt behandelt, das verliert sich leider immer mehr im Larp, aber ein Dumbledore wird NICHT angepöbelt PUNKT.

Emotionen werden weiter getragen als im Larp mMn. Mir fällt keine Con ein wo alle Spieler weinten, weil ein NSC gestorben ist. Das lässt mich auf mehr emotionale tiefe im Spiel schließen.
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Kashi » 10. Nov 2015, 17:03

Mir ist folgendes aufgefallen:

Ich konnte im HP Larp Emotionen viel besser spielen als im 0815 Fantasy Larp. Bei letzterem wird meistens nicht so arg auf Rollenspiel wert gelegt, da geht es meist um Plot, Schätze und Gear. (Ähnlich wie der Unterschied von Dungeoncrawlern im PnP und "anspruchsvollerem" Rollenspiel)

Im HP Larp habe ich sehr schöne Momente von sehr schön ausgearbeiteten Chars erlebt (sowohl SC als auch NSC).

Wie unser Herr Baron schon so schön ausgeführt hat, ist hier nicht total das Schnetzeln im Vordergrund, sondern man spielt Teenager, Schüler; man hat Angst, fürchtet um sein Leben, seine Familie, sein Zuhause.

Meine persönlichen Highlights waren: man hat nicht das rumgemurkse mit Rassen und Klassen. Jeder spielt Hexe oder Zauberer in unterschiedlichen Klamottenfarben und gut ist. Weiterhin hat man kein Rumgefuchtel mit EXP, sondern man lernt, was man erspielt. Abgesehen vom normalen Klassenaufstieg, da lernt man sowieso die Zauber dann, so wie ich das verstanden habe.

Es gab noch sehr viele Vorzüge, aber da ist unsere Orga dran schuld und nicht das Genre ;)

Ich mag das HoEx LARP und bevorzuge es immens (muss dazu aber sagen, dass ich nur wenige Orgas und wenige andere Systeme kenne).
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Eleonora v D » 10. Nov 2015, 17:17

Schließe mich vollständig dem Blutigen Baron an.

Meine eigenen 2 Cents:
Die Teilnehmer werden aus einer anderen Bevölkerungsgruppe generiert. Viele Cosplayer (ich bin keiner) und ich habe den Eindruck, dass Cosplayer offener für Drama- und Szenenspiel sind bzw. darin mehr Übung haben. Es gibt mehr "öffentliche" Emotionen. Tiefes Charakterspiel kenne ich auch vom Fantasy-Larp aber ich suche mir auch explizit solche Mitspieler, da ich selbst auf (emotionales, tiefgreifendes) Charakterspiel stehe. Aufm HoEx ist es deutlich einfacher solches Spiel zu beobachten und auch selbst zu bekommen.

Charakterhintergründe sind wichtiger. Während im Fantasy-Larp oft sogar von komplizierten Hintergründen abgeraten wird und zum "live erleben und entwickeln" geraten wird, machen Hintergründe im HP-Larp einen wichtigen Baustein des Charakterspiels und der Interaktion untereinander aus. Es ist viel entscheidende, welchem Haus du angehörst, ob du Rein- oder Halbblut bist als im Fantasy-Larp welcher Rasse du angehörst oder welcher Kultur. Während im Fantasy-Larp die Tendenz zur Toleranz-Gesellschaft geht, rasseln die Angehörigen unterschiedlicher Häuser gewollt aneinander.

Dass es diese Freiheit zum Konlfikt und zur Emotion gibt, rührt meines Erachtens daher, dass es einen sehr festen Rahmen gibt und darin viel Sicherheit liegt, Grenzen zu überschreiten. Es ist eine Romanwelt - in Romanen ist es immer etwas dramatischer. Viele Fantasywelten, die ich im Fantasylarp kennen gelernt habe, orientieren sich von ihrer Funktionsweise eher an der Realität. Drama kann sein, aber derjenige der es auslöst, soll realistisch bleiben und es nicth übertreiben. Das scheint mir im HP-Larp keine nennenswerte Grenze zu sein. Da wir z.B. hauptsächlich "Kinder" spielen, ist es auch weniger unklar, ob da gerade der Charakter dramatisiert oder der Spieler selbst. Viele sorgen sich darum, dass die Mitspieler nicht erkennen, ob es Spaß oder Ernst ist. Aber ein "Kind" darf rumzicken, weinen, Blödsinn machen, rumgiggeln und jeder Mitspieler weiß, dass wir Kinder spielen. Im Fantasylarp weiß man nicht so einfach, was genau das Konzept des Gegenübers ist.

EDIT: Ich möchte noch dringend der Sache mit den XP oder Mana oder Regeln im Allgemeinen widersprechen:
Das kommt total aufs Regelwerk bzw. auf die Larpmentalität an.
Ich kenne genügend Fantasy-Orgas die mit DKWDDK spielen. Ohne XP, ohne Skills, ohne Mana. Und selbst WENN sowas genutzt wird, habe ich schon lange keine Con mehr erlebt, wo es in Skill-Bashing endet. Ich beobachte vielmehr, dass "calls" zunehmend unbeliebter werden. Da sehe ich also keinen unbedingten Unterschied zum HP-Larp, sondern je nachdem, welche Art von Fantasy-Larp-Mentalität man gerade vor sich hat mehr oder weniger ähnliche Konzepte.
Zuletzt geändert von Eleonora v D am 10. Nov 2015, 17:28, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Der Blutige Baron » 10. Nov 2015, 17:20

Ja stimme zu! keine XP die man verteilen muss und kein Mana. Mana reglementiert den Magier im Larp ja immer und er muss haushalten. Wobei...auch ohne die Reglementierung hat es niemand übertrieben ... ausser der Baron XD
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Shen » 10. Nov 2015, 18:04

Ein wichtiger Punkt der gern übersehen wird: Wir spielen feste Chars in einer festen Welt. Also kein anything goes Fantasy, wo Herr der Ringe Elfen auf Golden-Age Piraten auf HoMi Ritter treffen.
Dadurch sind die Grenzen enger gesetzt und jeder weiß was der andere grob kann und was in dieser Welt nicht möglich ist und wie man auf Dinge in der Welt reagiert. Es ist so viel einfach sich, gerade als Neuling, in das Szenario einzufinden, da alle Grenzen klar deffiniert sind.
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von DragonDaniela » 10. Nov 2015, 18:06

STimme dem blutigen Baron und Nata zu.
Gerade was die Sache mit dem Held sein und dem CHarakter Hintergrund angeht. Kein einziger meiner Fantasy LARP Charaktere hat einen so durchdachten Hintergrund wie meine Harry Potter Charas. Von STammbaumerstellung bei Reinblütern will ich gar nicht anfangen!

Muss allerdings dem Punkt andere Struktur so etwas wiedersprechen. Es gibt durchaus auch beim Fantasy LARP Akademie Cons wo es Unterricht und Plot gibt.

Der Größte Unterschied ist IMO die Tatsache, dass beim HP LARP alle SCs minderjährig sind. Das ist ganz anders Spiel. Die großen passen auf die ganz kleinen auf, man zeigt Lehrkörpern, Vertrausnschülern und Schulsprechern respekt, auch wenn sie nicht aus dem eigenen Haus sind.
Dadurch kanne s dann aber auch zu Situtationen kommen, wo man beim Fantasy LARP in den Kampf rennt, während man beim HP LARP in die GEmeinschaftsräume geschickt wird.
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von May » 10. Nov 2015, 20:32

/sign
"Oh, hab ich jetzt seine Gefühle verletzt? ... Gut... "

Ein kleines Andenken an die Con:
"Also wie war das mit deiner Schlammblutmutter, Suzanna?"

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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Gamilia » 11. Nov 2015, 16:33

Man könnte als unterschied noch sehen, das es aufgrund einer großen bereits bestehenden Geschichte gespielt wird.

(Gut, ja es gibt auch andere Fantasy Larps welche sich an Büchern Orientieren und bedienen, vollkommen klar. Dennoch finde ich ist das ein großer Kern Punkt von einem HP Larp, das es eben ein bereits vorgeschriebenes Universum ist, welches aber genug Spielraum bietet um eigene dinge zu erfinden)
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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Nria » 11. Nov 2015, 20:55

Oh, dazu hab ich was zu sagen :) hab nämlich mit meiner Schwester viel darüber gesprochen, weil sie wissen wollte, ob das was für sie sein könnte..

So einige Antworten hier zielen nicht auf den Unterschied zwischen "Standardlarp" und "Harry Potter-Larp" ab, sondern auf den Unterschied zwischen offenem und geschlossenem Setting.
Es gibt auch im Fantasylarp geschlossene Settings, sie sind nur seltener.
Ich würde da also sortieren:
a) wirkliche Eigenarten des HP-Larps
b) Unterschiede aufgrund des geschlossenen Settings
Manche Aspekte betreffen aber beides.

Und einige Antworten hier vergleichen „schlechtes“ Fantasylarp (subjektiv - gibt ja auch Leute, die das mögen) mit Harry Potter-Larp. Fantasylarp ist aber vielfältig. Es gibt extrem emotionale Fantasycons, 100% vergleichbar mit HP-Larp. Genauso gut oder sogar besser. Ohne Möchtegernhelden, mit extrem gut ausgearbeiteten und langjährig bespielten Charakteren.
Es ist nicht so, dass im HP-Larp generell anspruchsvolleres/emotionaleres/"besseres" Rollenspiel stattfindet als auf Fantasycons – wer das so erlebt, war auf den (für ihn/sie) falschen Fantasycons. Und zu behaupten, Fantasylarp sei hauptsächlich Hack'nSlay à la Dungeoncrawling finde ich doch extrem kurzsichtig und unbedacht.

Also, hier meine Beobachtungen (mehr folgt ggf. noch). Disclaimer: Ich habe in 13 Jahren Fantasylarp auf über 100 Cons sehr viele verschiedene Spielstile kennen gelernt, kenne beim HP-Larp aber nur das Hoex - wer beim HP-Larp breitere Erfahrungen gemacht hat, möge mich also bitte korrigieren :))

- es gibt im HP-Larp ziemlich viele, die das andere Geschlecht spielen (wie heißt das? Cross Play oder so?). Das gibt es im Fantasylarp quasi gar nicht.
- beim HP-Larp gibt es deutlich größere Überschneidungen mit der Cosplay-Szene als beim Fantasylarp. Das (sowie das geschlossene Setting) bedingt z.B.:
„wildere“ Charakterhintergründe mit vielen Erlebnissen, Tragik und "Exotik" – sowas ist im Fantasylarp oft eher verpönt. Dort wird Anfängern meist empfohlen, eher bodenständigere bzw. „klischeehafte“ Charaktere zu spielen, die bisher wenig erlebt haben. Dieser Tipp wird im HP-Larp nicht unbedingt befolgt (was ich persönlich übrigens nicht positiv bewerte, sondern bestenfalls neutral – bitte nicht beleidigt sein ;))
- beim HP-Larp werden u.U. Filmcharaktere nachgespielt. Das ist beim Fantasylarp ein absolutes No-Go.
- Basis ist die reale Welt. Klar, es gibt die Zaubererwelt, die ist aber ein Teil der realen Welt. Realweltsettings sind im Fantasylarp sehr selten – selbst Larpländer mit realen Ländernamen (z.B. „Frankreich/Burgund“) liegen in den Mittellanden und sind daher eigentlich nicht in der realen Welt zu finden, sondern eher eine Realland-Kopie innerhalb einer Fantasywelt.
- im Fantasylarp spielt Religion eine größere Rolle – im HP-Larp so gut wie gar nicht.
- im Fantasylarp kann man seine Charaktere öfter bespielen – dadurch erleben sie i.d.R. mehr Dinge und unterschiedlichere Dinge als beim HP-Con – das ist einerseits bedingt durch die geringere Zahl der HP-Cons pro Jahr, andererseits sind verschiedene Orgas/Cons nicht unbedingt kompatibel.
- ein etwas komplizierter zu beschreibender Punkt: Ich finde, beim HP-Larp ist es schwieriger, Charaktere auseinanderzuhalten, weil alle die gleichen Klamotten tragen und fast alle Namen aus dem gleichen Kulturkreis haben – das ist im Fantasylarp doch abwechslungsreicher: „Hans“, „Mary“ und „Ragnhild“ sehen erstens unterschiedlicher aus als „Sally“, „Jim“ und „William“ und können zweitens auf unterschiedliche Kulturen zurückgreifen, um ihre Charaktere zu unterscheiden, ohne auf extremere Persönlichkeiten zurückgreifen zu müssen. Im HP-Larp muss man daher meines Erachtes etwas extremer spielen. Das hat positive Seiten (interessantes Charakterspiel, man ist u.U. gezwungen, offensiver zu spielen), aber auch negative (kann z.B. übertrieben wirken oder nervig sein).

- HP-Larp ist ein extrem enges Setting: Es ist nicht nur die Welt vorgegeben, sondern auch die Art der Charaktere, der Handlungsort, die Handlungssituation (i.d.R. eine Schulsituation - weiß jemand, obs noch andere gibt?). Beim Fantasylarp gibt es auch geschlossene Settings, die sind aber üblicherweise etwas variabler, sprich, verschiedene Orgas/Cons haben eine vielfältigere Auswahl an Schauplätzen, Situationen, Handlungsrahmen.
Dadurch ist es einfacher, einen Charakter zu erstellen, weil vieles bereits festgelegt ist, gerade für Anfänger: Man kann beim „Grundkonzept“ gar nichts falsch machen, weil nunmal jeder SC ein Schüler in Hogwarts ist. Damit ist für Neulinge ein sehr überschaubarer Rahmen da.
Durch das relativ begrenzte Setting braucht man auch weniger allgemeines Wissen als z.B. auf einem DSA-Con, wo es eine recht unüberschaubare Wissensmenge gibt, sodass man sich leichter auf Details konzentrieren kann.

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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Nria » 11. Nov 2015, 21:08

Mir ist noch mehr eingefallen:

- HP-Larp: wenn man einen Schüler spielt, ist der Zeitraum von Vornherein begrenzt, innerhalb dessen man den Schüler spielen kann: Man ist ja nur eine gewisse Zeit lang Schüler und irgendwann mal fertig. In Hogwarts gibt’s ja auch kein Sitzenbleiben? Nebenaspekt: Das erleichtert es wiederum u.U., den Charakter hopsgehen zu lassen oder anderweitig aus dem Spiel zu nehmen: Die Spieldauer ist ja sowieso überschaubar.
- die Rollen im HP-Larp sind natürlich homogener: Schüler und Lehrer halt. Nicht zig völlig verschiedene Berufe/Rollen.
- Nachtrag zum Setting: Natürlich sind noch andere Szenerien als „Schulalltag“ möglich, aber begrenzter als bei anderen Genres. Und es wird da meines Wissens auch (noch?!) nicht soo viel variiert. Kommt vielleicht noch.
- Zeitrafferspiel (ein Halbjahr = ein Wochenende) habe ich im Fantasylarp auch noch nie erlebt.
- im HP-Larp gibt es naturgemäß eine viel größere Bereitschaft, Zauber mitzuspielen (z.B. beim Entwaffnungszauber). Die Wirkung des Zaubers wird dann oft allein durch den Mitspieler dargestellt, sowas stößt im Fantasylarp eher auf Unmut.

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Re: "Standart" vs "Potterlarp"

Beitrag von Sligon_Cellardoor » 14. Nov 2015, 10:37

Mit ist vorallem die Verschiebung der Heldenrolle aufgefallen. Im klassischen Fantasy-LARP sind die NSCs meistens arme Bauern, hilflose Könige, verirrte Händler...Menschen/Wesen die Hilfe brauchen und sich dafür mehr oder weniger freiwillig an die SC wenden, denn diese bereisen die Welt um zu helfen, Abenteuer zu erleben oder anderen dabei zuzusehen und Kupfer zu verdienen (die Dienstleister SCs).

Beim Potter-Larp hat man aufgrund des Settings eine etwas verschobene Rollenverteilung. Die SCs sind in der Regel minderjährig, unerfahren und eher mit ihrer eigenen Pubertät beschäftigt als mit dem Untergang der Welt. Die Spieler werden quasi in die Underdog-Rolle geschoben aus der sie sich vorallem durch Team-Arbeit und Hirnmasse befreien müssen. Realistisch wäre es ja, dass die Schüler einen Lehrer um Hilfe bitten sobald ein Troll im Kerker ist. Immerhin kommen die Lehrer mit so etwas viel besser klar. Im HP-Larp hingegen wird versucht den Plot so zu planen, dass die Schüler eben DOCH die Welt/Hogwarts retten können. Das erfordert, soweit ich das bisher sehen kann, wesentlich mehr Planung. Und das gefällt mir!

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