Im Hogwarts Express

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Morgan
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Morgan » 18. Okt 2018, 00:40

Äste peitschten ihr schmerzhaft ins Gesicht und ihre Schritte hämmerten schnell auf dem hohlen Waldboden wie der Puls in ihren Ohren. Ihre Muskeln brannten als sie erneut mit aller Kraft in die Luft sprang. Dieses Mal verpasste verpasste sie Visterias Schuhspitzen nur um Haaresbreite. Doch es war zu spät. Sie konnte Visteria nicht mehr erreichen. Eine Böe hatte sie erfasste und trug sie schnell und immer höher mit sich.
Bestimmt hatte der ausgelöste Feuerball bereits jemanden an der Schule alarmiert. Bestimmt waren Lehrer geradewegs auf dem Weg zu ihnen. Verzweifelt sah sie zu der grinsenden Visteria hoch die nun kopfüber auf sie zeigte und zu kichern begann. Warum passierte so etwas jetzt und wie lange hielt so ein Stich überhaupt an?! Die ganze Situation konnte furchtbarer nicht sein. Wenn sie jetzt Jemand fand, würde es nicht lange dauern und ihr Vater würde davon erfahren. Dann konnte sie sich von Hogwarts für immer verabschieden. Aber wenn ihr niemand zu Hilfe kam würde Visteria weiterhin hilflos in den offenen Sternenhimmel fliegen. Beide Optionen hinterließen panische Krämpfe in ihrem Magen. Was konnte sie nur tun?! Sie musste sie jetzt vom Himmel holen bevor sie eine Lichtung erreichte und die Bäume Visteria nicht länger davon abhielten ungehindert in den freien Nachthimmel zu steigen und mit Sicherheit gesehen zu werden. So eine dumme, dumme Idee! Und selbst wenn sie die Zutaten zusammen hatten, wie oft müssten sie diese gefährliche Exkursion wiederholen? Mit Zweitklässlern alleine in den Wald zu gehen. Nachts… Die können nicht mal Accio! Da traf es Morgan. Blitzartig richtete sie ihren Zauberstab auf Visteria und sprach trocken und resigniert „Accio Visteria“. Von dem Zauber getroffen trudelte sie langsam, alle Viere von sich gestreckt Richtung Boden und brabbelte dabei unverständliche Dinge aus denen Morgan nur Worte wie „Zerstörer aller Zerstörer“ und „die Welt erobern“ ausmachen konnte. Mit einem Klirren landete sie auf den Boden. Die letzte Viole war zerbrochen und die blassblaue Flüssigkeit versickerte lautlos im Boden. Visteria sah zu Morgan hoch „ich habe Gott gesehen, Morgan.", sagte sie fast schon gelangweilt und richtete sich auf "Kein Wunder das Zauberer nicht an sowas glauben". Morgan zog eine Augenbraue hoch sagte aber Nichts. „Und was habt ihr so gemacht? Habt ihr alles was wir brauchen? Können wir heim?“ fragte Visteria. „Wir haben Nichts außer ganz viel Ärger wenn wir nicht schnell von hier abhauen.“ Sagte Morgan genervt. „Aber bestimmt ist es eh schon zu spät…“
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Psyche
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Psyche » 18. Okt 2018, 07:16

In dem Moment, als Visteria den Stich in ihrer Handfläche gespürt hatte, wusste sie was zu tun war. Mit einer Selbstbeherrschung die sie sonst nicht von sich kannte, packte sie das kleine Wesen, zückte gekonnt ein Fläschchen und ließ es geschwind darin verschwinden. Sie konnte das Fläschchen gerade noch in ihre Tasche packen als sie plötzlich in die Luft gehoben wurde und...die Zeit stehen blieb? Sie sah sich um. In der ferne konnte sie jojos und rhykkers entsetzte Gesichter sehen, die zu ihr herübersahen. Jojo war mitten im laufen erstarrt, rhykker sah so aus als würde er gerade zum sprint ansetzen. Etwas näher konnte sie valka sehen, die mit überraschtem Gesicht zu ihr hoch sah. Auch sie war im Laufen erstarrt. Nicht weit von Valkas rechtem Fuß entfernt konnte sie einen dicken ast erkennen. Hoffentlich würde Valka nicht darüber stolpern. Morgan war ihr am nächsten. Sie wirkte fast ein wenig...genervt? Visteria zuckte mit den Achseln. Zum Glück war sie gerade in der Luft so konnte Morgan sie nicht erwischen um ihr eine Standpauke zu halten. In diesem Moment merkte sie dass die Zeit nicht still stand, sondern nur sehr sehr langsam verging. Denn Morgan kam näher. Langsam aber sicher. Visteria beschloss auf die eleganteste Art und weise zu fliehen die sie kannte: Rad schlagend und kichernd. Und genau das tat sie. Sie wusste nicht wie schnell sie war, da sie immer noch das Gefühl hatte alles sei sehr langsam. Und jetzt fingen auch die Farben an zu verschwimmen. Alles fing an zu leuchten. Und dadurch dass sie sich die ganze Zeit drehte verschwamm alles zu einem einzigen großen Farbenspiel. Visteria lächelte. Es war wunderschön. Nie wieder wollte sie herunter. Sie blickte hinter sich. Anstelle von Morgan verfolgte sie jetzt ein Baum mit roten Blättern. Sowas hatte sie auch noch nicht gesehen. Sobald sie Morgan wiedersehen würde, würde sie ihr sofort davon berichten. Der Baum hinter ihr rief ihren Namen. Visteria lächelte und winkte dem Baum schüchtern zu. Es war sicher ein berühmter Baum, schließlich konnte er sprechen. Wenn er sie einholte würde sie nach einem Autogramm fragen. Vielleicht auch eins für die anderen. Rhykker würde sich freuen, schließlich sammelte er autogramme von Bäumen. Visteria hielt inne. Oder waren es schokofroschkarten? Nein, visteria schüttelte den Kopf ob ihrer Dummheit, wer sollte den Schokofroschkarten sammeln, wenn man autogramme von Bàumen sammeln könnte? Rhykker gewiss nicht. So in Gedanken versunken merkte Visteria nicht, wie sie in richtung einer großen Eiche schwebte. Glück im Unglück verfehlte Visteria zwar den Stamm, stieß aber heftig mit der Stirn gegen einen herabhängenden ast. Mit einem mal wurde alles schwarz. Vollkommene stille. Visteria sah sich um. In der ferne konnte sie ein kleines Licht erkennen. Sie zuckte mit den schultern. War jetzt schließlich auch noch das seltsamsten was ihr heute passiert war, also wieso zeit verschwenden mit wundern? Sie setzte ihr radschlagbewegungen Richtung Licht fort. Warum sollte sie eine andere Form der Bewegung nutzen, wenn sich diese doch als so erfolgreich erwiesen hatte? Auf dem Weg in Richtung Licht kam sie an anderen Lichtern vorbei, die jedoch nicht ganz so strahlend waren. Beim genaueren hinsehen erkannte sie auch dass es sich nicht einfach nur um lichter handelte. Es waren rechteckige Fenster durch die Leute hindurch sahen und ihr Zuschauten. In dem einen, an dem sie vorbeischwebte, konnte ein rothaariges Mädchen erkennen, in einem anderen ein Grünhaariges. Pah, Valka und Morgan würden niemals so lächerliche Haarfarben tragen. Etwas weiter sah sie das freundliche Gesicht eines braunhaarigen Mädchens. Sie runzelte die Stirn. Wer hat heute noch Zeit freundlich zu sein? Nein, mit solchen Leuten aus solchen Fenstern wollte sie nichts zu tun haben. Langsam kam sie dem großen hellsten Fenster näher und konnte erkennen, dass es sich auch hierbei um ein rechteckiges Fenster handelte. Sie legte noch einen Zahn zu "radelte" an einem anderen Fenster vorbei aus welchem ihr ein bärtiger Mann zusah. Hoffentlich versuchte der nicht als Kind durchzugehen, das würde niemals klappen. Schließlich war sie so nah an dem großen hellen Rechteck, dass sie erkennen konnte wer sie daraus ansah. "Gott", dachte Visteria für einen Moment. Jojo und Rhykker hatten ihr erzählt, dass es in der Muggelwelt einen unsichtbaren, allmächtigen Herrscher gab, der das Blut seines Sohnes trank und rießige Schiffe voller Tiere besaß. Visteria hatte ihnen erst nicht geglaubt, doch jetzt war sie sich nicht mehr so sicher, als sie in das rießige, streng dreinblickende Gesicht einer jungen Frau sah. Das wars dann wohl. Ein bisschen traurig war sie ja schon. Sie hatte nie die Gelegenheit bekommen ihre Schwestern zu vergiften. Und ihre Sammlung von Stücken der Hogwartslehrerschaft hatte sie auch nicht kompletieren können. Nun ja, dachte sie. Visteria öffnete die Arme, schloß die Augen und rief laut "Komm und hol mich zu Zerstörer aller Zerstörer! Zusammen können wir die Welt erobern! Du mit deiner Allmacht und ich mit meinem absoluten Desinteresse für das Wohlergehen anderer!". Und tatsächlich. Mit einem Mal konnte sie ein Ziehen spüren. Das Ziehen zog sie allerdings nicht Richtung Gott, sondern vielmehr von ihm weg. Mit einem Mal zerbrach die Schwärze vor ihren Augen wie ein Haufen Glasscherben. Selbst dass Klirrgeräusch, dass sie hören konnte passte dazu. Mit einem Mal öffnete sie die Augen. Über ihr konnte sie nur den bereits dunkel werdenden Himmel erkennen. Sie neigte den Kopf zur Seite und erkannte Morgan. Visteria musste grinsen. "ich habe Gott gesehen, Morgan.", sagte sie schlicht und richtete sich etwas wackelig auf. "Kein Wunder das Zauberer nicht an sowas glauben". Sie schüttelte nur den Kopf. "Und was habt ihr so gemacht? Habt ihr alles was wir brauchen? Können wir heim?". Sie stand auf und klopfte sich die Hose ab.

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Jojo
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Jojo » 18. Okt 2018, 18:52

Jo hatte Rhykker auf den neusten Stand gebracht und nun saßen sie beide auf dem Waldboden und leuchteten mit den Zauberstäben jeweils in entgegen gesetzte Richtungen, um einen erneuten Rotkappen Angriff direkt verhindern zu können. Rhykker hatte Jojo tröstend einen Säuredrops zugeschoben und ihr geholfen, die Brandblasen notdürftig zu verarzten. Doch nun schwiegen sie, starrten nur in das Dunkel des Waldes hinein und lauschten angespannt.
„Meinst du, wir kommen hier je wieder raus?“, fragte Rhykker irgendwann mit ängstlicher Stimme und ließ den Lichtkegel des Zauberstabs einem Baum hinauf wandern.
„Natürlich. So weit sind wir nun auch wieder nicht gelaufen. Vielleicht hat irgendjemand von den Lehrern ja einen der Feuerbälle gesehen oder man hat gemerkt, dass wir weg sind und sucht nach uns.“ Doch Jos Stimme klang dabei nicht so zuversichtlich, wie sie es gerne hätte. Auch ihr war sehr mulmig zu Mute und zudem wurde es im Wald immer dunkler. Wie lange waren sie jetzt schon hier?
Ein Knacken im Gebüsch ließ beide hoch fahren und angespannt richteten sie die Zauberstäbe auf die Stelle, aus der das Geräusch gekommen war. Doch nichts rührte sich.
„Vielleicht nur der Wind. Oder ein Vogel. Nicht alles hier im Wald muss zwangsläufig…AHHHH!“ Rhykker stieß einen erschrockenen Schrei aus und stolperte zurück, als zwei dunkle Gestalten aus dem Unterholz hervor brachen. Auch Jo machte einen Satz rückwärts, doch dann erleuchtete die Lichter in den Händen der Gestalten deren Gesichter und sie atmete auf.
„Merlin sei Dank. Seid ihr in Ordnung?“
Morgan und Visteria sahen ziemlich zersaust aus. Ihre Umhänge waren dreckig und an manchen Stellen eingerissen und ihre Haare waren voller Blätter und kleinen Zweigen. Aber sie wirkten nicht verletzt. Morgan sah eher ziemlich gereizt aus und Visteria hatte ihren üblichen Gesichtsausdruck, als sie nun mäßig interessiert das Licht ihres Zauberstabs auf ihre Handfläche richtete. Jojo erkannte dort den deutlich angeschwollenen Einstich des Billywigs und streckte ebenfalls die Hand aus.
„Zeig mal. Ich hab ein bisschen was dabei.“
„Nicht nötig.“
Bevor einer von ihnen reagieren konnte, hatte Visteria schon eine kleine Phiole aus ihrem Umhang gezogen und einen Tropfen davon auf den Einstich gegeben. Es zischte laut, mehrere Funken stoben in die Luft und für einen Moment roch es unangenehm nach verbranntem Fleisch. Doch als die Funken sich verzogen hatten, war der Stich abgeschwollen und man sah nur noch das winzige Einstichloch.
„Tat das nicht weh?“, fragte Rhykker fasziniert und trat näher heran. Visteria zuckte mit den Schultern.
„Ein bisschen.“, sagte sie und steckte die Phiole wieder ein. Jo und Morgan wechselten einen Blick und Morgan verdrehte nur die Augen, dann sah sie sich suchend um.
„Wo ist Valka?“
Rasch erzählten Jo und Rhykker ihnen, was in der Zwischenzeit passiert war. Als sie schließlich zu der Stelle kamen, dass Valka sie suchen wollte, legte sich ein besorgter Ausdruck auf Morgans Gesicht und sie leuchtete mit dem Zauberstab zu dem Abgrund, den Valka herunter gerutscht war.
„Sie hat sich nicht verletzt.“, versuchte Jo sie rasch zu beruhigen, „Und sie kann ja nicht weit sein.“
„Du kennst Valka.“, fauchte Morgan, „Die schafft es noch, sich an einem zu tief hängenden Ast den Kopf aufzuschlagen und dann von einem…einem…Basilisk gefressen zu werden.“
„Es gibt im Wald keine Basilisken.“, beruhigte Jo rasch Rhykker, der bei Morgans Worten entsetzt die Augen aufgerissen hatte, dann funkelte sie Morgan an.
„Okay, und was willst du jetzt tun? Sollen wir sie suchen und uns dabei vermutlich selber noch irgendwo verlaufen? So weiß sie immerhin wo sie uns findet.“
„Na ganz toll.“, fauchte Morgan zurück, „Du willst sie lieber alleine im Wald herumirren lassen? Was ist denn plötzlich aus den Gryffindor Tugenden geworden? So viel zu Löwenmut und Freundschaft!“
„Es gibt einen Unterschied zwischen mutig und lebensmüde!“ Jos Wangen glühten rot vor Zorn und aus der Spitzen ihres Zauberstabs hüpften ein paar rote Funken, „Ich will nur nicht, dass noch einem von uns…“
„Oh, hallo Valka.“, unterbrach Visteria das Streitgespräch der beiden Mädchen mit träumerischer Gelassenheit und abrupt fuhren Jo und Morgan herum.
Tatsächlich. Zwischen den Bäumen war Valka hervor getreten und sie war nicht alleine. Die anderen hielten den Atem an, als hinter ihr drei große Zentauren hervor traten.
„Hallo“, sagte Valka und lächelte verlegen in die Runde. Ihre Augen waren rot und auch sie sah ziemlich mitgenommen aus. Einen Moment war es still, dann stürzte Morgan vorwärts und umarmte ihre Cousine.
„Du…Trottel!“, stieß sie hervor, „Dich alleine durch den Wald zu schlagen. Wie blöd kann man sein? Ist alles in Ordnung? Bist du verletzt?“
„Nein, nein, alles okay.“ Valka machte eine Handbewegung über ihre Schulter hinweg zu den Zentauren, „Die drei haben mich gefunden und gesagt, sie zeigen mir den Weg zum Waldrand. Als ich erzählt habe, dass noch Freunde von mir hier drin sind, haben sie eingewilligt, mir bei der Suche nach euch zu helfen.“
„Ihr solltet nicht hier sein.“ Einer der Zentauren trat vor und blickte streng von einem zum anderen, „Der Wald ist kein Platz für Schüler. Ihr seid in unser Gebiet eingedrungen und nur weil ihr so jung seid, werden wir euch nicht töten. Solltet ihr euch aber noch einmal in unseren Wald schleichen ohne unsere Erlaubnis, so werden wir nicht noch einmal Gnade walten lassen. Seht dies als eine Warnung und als ein Versprechen.“
Keiner der anderen vier antwortete. Mit großen Augen starrten sie nur zu dem Zentauren auf, der anscheinend sah, dass seine Worte Eindruck hinterlassen hatten. Er wandte sich um.
„Und nun folgt uns. Wir bringen euch aus diesem Wald hinaus.“
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Mallmon » 25. Okt 2018, 13:57

Sie liefen schon eine Weile schweigend hinter den Zentauren her, als Visteria sich von der Gruppe löste und sich vorsichtig an die Zentauren heran schlich. Sie hatte den braunen Zentauren schon fast erreich, als dieser sie bemerkte und sich schlagartig umdrehte. Er sah sie scharf an, das Gesicht keine 20cm von Visterias entfernt. "Was hast du an meinem Schweif zu suchen?" Visteria hielt kühl Rhagars Blick stand. Statt sich zu rechtfertigen, fummelte sie an einem Knopf ihres Mantels herum und fragte sie mit einem süßlichen Unterton in der Stimme: "Dürfte ich eines ihrer Schweifhaare haben?" Die Verwirrung über Visterias Frage und ihr Verhalten war dem braunen Zentauren ins Gesicht geschrieben. "NEIN!" schrieh er Visteria ins Gesicht, deren Haare dabei etwas nach hinten geweht wurden. Sie zuckte nur mit den Schultern und lies sich wieder zu den Anderen zurückfallen. "Ich glaube nicht, dass sie dir irgendetwas geben werden, Visteria", sagte Jo "Es ist überhaupt ein Wunder, dass sie uns nichts angetan haben." Rhykker unterhielt sich aber schon mit Visteria über die Tränke, die sie ihnen gegeben hatte, sodass Visteria sie nicht mehr hörte. "Deine Tränke haben echt super funktioniert. Der Feuerball war riiieeesig." Seine Augen leuchteten vor Begeisterung. Visteria nickte nur zustimmend "selbstverständlich". Sie spielte wieder an ihrem Knopf herum. "Was machst du da eigentlich die ganze Zeit?", fragte Valka neugierig. Visteria brauchte noch einen Augenblick, doch schließlich hatte sie ein langes, dickes, braunes Haar von ihrem Knopf befreit und hielt es stolz Valka hin. "Ist das von dem Zentauren?!", sagte Valka etwas zu laut. Die Beiden drehten sich nach Vorne um zu sehen, ob die Zentauren sie bemerkt hatte. Doch die waren zu weit vorne und unterhielten sich mit Worten, die Valka und Visteria nicht verstehen konnten. Valka atmete erleichtert aus. Es hätte ihr gerade noch gefehlt, dass die Zentauren gegen sie waren, so kurz bevor sie endlich den Wald verlassen konnten. "Wie hast du das denn gemacht?" Valka war verwirrt "Er hat doch Nein gesagt" "Und als er so darauf aus war mir direkt in die Augen zu schauen, habe ich eins seiner Haare an meinem Knopf befestigt. Das hat er sich dann selbst ausgerissen, als er sich umgedreht hat" sie kicherte, als sie das Haar sorgfältig in ein kleines Säckchen legte. Die Zentauren blieben stehen und wartete auf 5 Schüler. "Hier verlassen wir euch, der Waldrand liegt noch etwa 10 Minuten weiter" Sagte Arameus, der schwarze Zentauer, zu ihnen. "Kommt ja nie wieder in diesen Wald, sonst werden wir euch nicht mehr verschonen können." Warnte Rhagar, der braune. Die Kinder nickten und gingen weiter in die Richtung, in der der Waldrand liegen konnte. Einige Minuten später, konnten sie Lichter am Waldrand ausmachen. Der Himmel war komplett dunkel, sodass man die leuchtenden Zauberstäbe gut sehen konnten. Sie wurden scheinbar schon erwartet.
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Mallmon » 25. Okt 2018, 13:57

.....
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Morgan » 26. Okt 2018, 00:05

Angespannt liefen die Kinder den Lichtern entgegen. „Morgan“ zischte Jojo über ihre Schulter „Versteck dich doch noch!“ Morgan schüttelte steif, die Lippen aufeinander gepresst den Kopf. Valka sah düster zu Boden. Es hatte keinen Sinn mehr. Man hatte sie gesehen. Wie würden wohl ihre Eltern darauf reagieren? Jojos Mutter würde sicherlich einen Anfall bekommen vor Sorge und ihr Vater würde ihr eine gesalzene Standpauke halten. Vielleicht würde sie einige Wochen Hausarrest bekommen, den ihr Vater dann aus Mitleid nach ein paar Tage lockern würde. Valkas Mutter wäre bestimmt ebenfalls sehr besorgt um sie. Sicherlich würde ihr Vater versuchen die gleiche Strafe wie Morgans Vater für sie durchzudrücken, aber am Wiederspruch seiner Frau scheitern. Und was würde mit Morgan passieren? Ihr Vater hatte ihr bereits angedroht sie von der Schule zu nehmen, sollte sie nur daran denken den Gryffindores noch einmal einen Blick zu zuwerfen. Die Schritte der Kinder wiegten schwer. Sie schienen sich kaum vom Fleck zu bewegen. In der nahen Ferne begannen die Lichter leicht zu tanzen und um ihre kleinen Lampen schienen sich Kränze aus Licht zu bilden. Rhykker sah traurig in die Runde. „Ich wollte euch noch sagen, dass es mir unglaublich viel Wert ist, dass ihr das für unsere Freundschaft gemacht habt.“ Er rieb sich die Augen und starrte zu den immer näherkommenden Lichtern. Wie lange waren sie jetzt schon gelaufen? Es erschien ihnen wie eine Ewigkeit. Niemand wollte die Lichter so richtig erreichen und so langsam erschien es als wollten auch die Lichter nicht erreicht werden. Müde hob Valka den Kopf und starrte angestrengt auf die Lichter. Dann sah sie verwirrt zu den anderen. „Laufen die Lichter vor uns weg?“ Rhykker rührte sich nicht und lief taub weiter. „Jojo?“ fragte Valka mit Nachdruck. Jojo sah sie bedrückt an lief aber weiter. Ängstlich blickte sich Valka zu Morgan um die ebenfalls apathisch den Lichtern zu folgen schien. Etwas war nicht richtig. Visteria lief abseits der Gruppe und sagte kein Wort blickte Valka allerdings direkt in die Augen und nickte. Valka blieb stehen und wartete auf Visteria. Beide standen zusammen und sahen zu wie die anderen Drei immer weiter trotteten. „Das sind keine normalen Laternen“ sagte Valka stockend. „Laternen sind es schon.“ Sagte Visteria sachlich. „Aber keine Lehrer oder Schüler oder sonstige Menschen, die sie halten. Das sind Hinkepanks!“ erschrocken blickte Valka in ein überraschend hellauf begeistertes Gesicht von Visteria. „Großartig! Ich habe noch nie so viele auf einmal gesehen!“ Valka klappte das Kinn runter. Das war mal wieder so typisch. Eigentlich war sie sogar mehr erschrocken über sich selbst, dass sie überhaupt eine andere Reaktion von Visteria erwartet hatte. „Teri, wie machen wir, dass die Anderen nicht mehr den Hinkepanks hinterher laufen?“ „Wie meinst du das, wie wir das machen?“ fragte Visteria und sah zu den anderen rüber, die bereits ein gutes Stück von ihnen weggelaufen waren. „Na, wie können wir verhindern, dass sie nicht denen in ein Moor folgen oder in einen Abgrund?“ Valkas Stimme stieg panisch an. Was wenn Visteria nicht wusste wie man von den Hinkepanks weg kam? Was wenn es sie nicht interessierte, was mit ihrer Cousine den anderen passierte oder sie sogar noch als Köder benutzen wollte?“ Ohne auf Valkas Frage zu antworten schritt Visteria los und holte mit nur wenigen Schritten die kleine Wandergruppe ein. Sie positionierte sich vor ihnen und sagte laut „Bleibt endlich stehen das sind keine Lehrer sondern Hinkepanks.“ Keine der drei machte Anstalten auf sie zu hören, schienen sie überhaupt gar nicht bemerkt zu haben. „Hallo! Ihr könnt so lange laufen wie ihr wollt. Das ist nicht der Weg nach Hogwarts!“ „Gut“ antwortete Morgan wie in Trance. „Da wollen wir eh nicht hin“ kam es in der gleichen monotonen Stimme von Jojo. Wie eine leise Armee schritten die drei an einer verloren wirkenden Visteria vorbei. Diese schnappte sich Jojo und hielt sie fest. Jojo starrte mit leeren traurigen Augen auf Visteria. „Hör auf zu laufen!“ befahl ihr Visteria. Jojos Augen schienen wie durch sie hindurch zu sehen. Als könne sie Visterias Sprache nicht. Visteria schüttelte sie mehrmals leicht doch ihre, in Schatten gehüllt zu scheinenden Augen zeigten keine Zeichen von Lebendigkeit. Da rempelte sie Valka an. Auch sie schritt wieder langsam den anderen beiden hinterher. „Valka?“ fragte sie und ihre Stimme war nun voller Furcht. „Valka?“ Ihre Unterlippe begann zu zittern. Visteria ließ von Jojo ab und hielt panisch die Hände über ihre Ohren. Tränen stiegen ihr in die Augen. „Bitte ignoriert mich nicht!“ schrie sie den immer weiter laufenden Vier hinterher. KRACH! In diesem Moment brach eine riesenhafte Gestalt durch das Gehölz neben ihnen. „Was zum…! Was bei Merlins Barte habt ihr hier zu suchen?!“ donnerte die Stimme des Wildhüters Hagrid durch den Wald. Er stapfte mit seinen riesen Füßen die so groß waren wie kleine Ziegen auf die Lichter zu und scheuchte sie mit einer Schwunghaften Bewegung seiner Pranke davon. „Macht dass ihr fort kommt ihr widerlichen Funzelviecher!“ Mit einem leisen aufgeregten Pfeiffton stoben die Lichter in alle Richtungen davon. Die vier Kinder blieben stehen und sahen sich an. Es war als würden sie langsam aus einem Traum erwachen. Morgan war die erste die ihren Zauberstab zog und auf Hagrid richtete. Der blickte sie unbeeindruckt an und wand sich zu Visteria „Alles klar bei dir Mädchen?“ Die zuckte emotionslos die Schultern und lief zu Morgan die inzwischen Valkas Hand hielt und sie besorgt ansah. „Alles gut“ antwortete Valka mit erstickter Stimme. „So und jetzt erzählt ihr mir mal was ihr denkt hier im Wald zu suchen zu haben. In welcher Klasse seid ihr überhaupt?“ „Bitte verraten sie uns nicht!“ Brach es aus Jojo heraus. Mitleidig sah er die beiden Gryffindors an. „Nun also ich muss Dumbledore schon davon erzählen.“ Morgan erhob wieder den Zauberstab. „Das werden sie nicht.“ Hagrids Miene verdüsterte sich. „Denkt ihr wirklich, ihr könnt unerlaubterweise eure Betten verlassen, einen kleinen Waldspaziergang machen und euch dann auch noch erwischen lassen und einfach so davon kommen?“ seine Stimme nahm nun etwas Drohendes an. „Nimm deinen Stab runter Slytherin oder ich steck ihn dir durch deine Hand durch!“ verstört ließ Morgan ihre Hand in ihre Umhangtasche sinken. „Ihr kommt jetzt mit“ befahl der Halbriese und führte sie den Weg zum Schloss hoch. Die Kinder folgten ohne Wiederworte. In Dumbledores Büro angekommen wartete der Schulleiter bereits auf sie und sah sie über seine Halbmondbrille streng an. Alle Fünf setzten sich auf die Stühle vor seinem Schreibtisch und sahen schuldbewusst auf ihre Füße, bis auf Visteria die interessiert durch den Raum blickte. „So“ sagte Dumbledore ruhig. „Dann erzählt mal warum ihr es für eine gute Idee hieltet mitten in der Nacht durch den verbotenen Wald zu streifen.“ Rhykker blickte auf und begann hastig zu erklären. Er erzählte von Morgan und Valkas Eltern und dem Vorfall in der Winkelgasse und von ihrer Idee mit dem Vielsafttrank. Jojo nickte währenddessen eifrig und warf ab und an eigene Kommentare in Rhykkers Redefluss mit ein. Valka sagte Nichts und auch Morgan blickte ausdruckslos durch das Fenster hinter dem Schulleiter. „Bitte, bitte sagen Sie es nicht unseren Eltern Professor, vor allem nicht Morgan und Valkas!“ Seine Augen wanderten langsam über alle der Fünf Kinder. Dabei verweilte er etwas länger auf Visteria, die soeben einen Käfig mit Ei darin entdeckt hatte und dieses etwas zu interessiert beäugte. „Die Eulen, die eure jeweiligen Hauslehrer vor einigen Stunden, als euer Verschwinden aufgefallen ist, losgesendet haben, kann ich nicht mehr zurückholen. Ihr müsst verstehen, dass unangemeldetes Verschwinden in Zeiten wie diese schnelles Handeln verlangt.“ Seine Augen schienen schnell zwischen Valka und Morgan zu wechseln. „ Es hätte sich genauso gut um eine Entführung handeln können oder Schlimmeres. Und bitte versuch nicht meinen Phönix zum schlüpfen zu bringen Miss Bellerosé.“ Damit wand er seinen Blick mit hochgezogener Augenbraun zu Visteria die daraufhin wieder an die Lehne ihres Stuhles zurück rutschte. „Verdandi, ist es nicht?“ fragte Dumbeldore nun seltsam undurchsichtig. „Es handelt sich nicht zufällig bei einem eurer Väter um Adalbert Verdandi ?“ Valka blickte unruhig zu Morgan die nun das erste Mal mit dem Blick aus dem Fenster abließ und dem Schulleiter in die Augen sah. „Mein Vater.“ Sagte sie knapp. „Mhh…“ murmelte Dumbledore ominös. „Also ich bin mir sicher, sie müssen sich erstmal keine weiteren Sorgen wegen eines Schulwechsels machen Miss Verdandi. Es gibt da allerdings einige Dinge, die ich gerne mal mit ihren Vater besprechen wollen würde und ich bin mir sicher, dass er dann auch keine weiteren Intention verspüren wird sie von ihren Freunden zu trennen.“ Bei seinen letzten Worten beobachtete er Morgan genau und schien auf ihre Reaktion zu warten. Morgans Gesicht erhellte sich und sie lächelte ihn an. „Wirklich? Sie können machen, dass ich hier bleiben darf? Vielen vielen Dank!“ Der Schulleiter sah sie weiterhin streng an. „Es ist spät.“ Durchbrach er die kurze unangenehme Stille „Ich werde nun so schnell wie möglich Eulen an eure Eltern nachsenden und ihnen eure Sicherheit mitteilen. Jeder von ihnen bekommt 20 Punkte für sein Haus abgezogen. Gute Nacht und kein heimliches Verlassen der Betten mehr! Das nächste Mal kommen sie nicht so milde davon.“ Die Kinder wandten sich zum gehen. „Ach ja und Miss Morgan Verdandi, bitte kommen Sie morgen nach ihren Unterrichtsstunden erneut in mein Büro.“ Morgan nickte und lächelte, stieß aber auf kein gegen Lächeln.
Als sie das Büro verlassen hatten erstarb Morgans falsches Lächeln sofort. Valka sah sie misstrauisch an und wollte zu sprechen ansetzten, da hielt Morgan den Finger auf den Mund und gestikulierte ihr den anderen bis zum Treppenhaus zu folgen.
Zuletzt geändert von Morgan am 26. Okt 2018, 09:12, insgesamt 2-mal geändert.
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Psyche
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Psyche » 31. Okt 2018, 10:29

Die fünf traten aus Dumbledores Büro und gingen langsam den Korridor entlang. Rhykker und Jojo gingen voran, Morgan und Valka folgten ihnen ein kleines Stück weiter hinten. Visteria bildete das Schlusslicht. Interessiert betrachtete sie ihre Freunde, die vor ihr trotteten. Keiner sagte etwas, alle sahen nur betreten zu Boden und vermieden tunlichst jeglichen Augenkontakt. Visteria hob eine Augenbraue. Sie konnte die Stimmung gerade nicht ganz deuten. Irgendetwas lag in der Luft, irgendetwas ungutes und Visteria verstand nicht was und vor allem, warum. So waren sie doch alle nochmal glimpflich davon gekommen. Besser hätte es doch nicht laufen können. Nun ja, sie hätten die Zutaten für den Vielsafttrank finden können, aber abgesehen davon war es doch für alle ein voller Erfolg gewesen. Sie hatte schließlich endlich einen Billywig gefangen, das hatte sie schon seit Jahren gewollt. Sie hielt kurz inne. Vielleicht war es auch nur für sie ein Erfolg gewesen. Die anderen sahen mit ihren gesenkten Köpfen und ihren hängenden Schultern jedenfalls nicht sehr erfolgreich aus. Sie seuftzte und richtete ihren Blick wieder auf die Personen vor ihr. Diese waren stehen geblieben und standen jetzt betreten im Kreis. Alle hatten ihre Hände in den Taschen und schwiegen. Als Visteria den Rest erreicht hatte verstand sie wieso. Um zum Gryffindor Schlafsaal zu gelangen mussten Rhykker und Jojo nach Rechts, Morgan Valka und Visteria mussten aber links um zu den Kerkern zu gelangen. Ihr Ziel heute hatten sie nicht erreicht und so stand nun die alles entscheidende Frage im Raum: Wie sollte es jetzt weitergehen? Nach weiteren Sekunden des Schweigens drehte sich Morgan abrupt auf dem Absatz Richtung Kerker um und stand nun mit dem Rücken zum Rest, sodass keiner der anderen ihr Gesicht erkennen konnte, als sie das Wort ergriff. „Wir sollten ins Bett gehen.“, sagte sie mit emotionsloser Stimme. Jojo nickte zustimmend. „Ja auf jedenfall, wir müssen uns jetzt alle erstmal ausruhen und in Ruhe darüber nachdenken, wie wir jetzt weiter vorgehen. Rhykker und ich können ja wieder in der Bibliothek nach Möglichkeiten suchen und du und Valka könntet wieder unten im Slytherin Gemeinschaftsraum die Bücher wälzen. Visteria kann zwischen uns vermitteln. Es gibt bestimmt noch Möglichkeiten, das weiss ich einfach. Wir sollten auf keinen Fall aufgeben.“, versuchte Jojo die gedrückte Stimmung aufzuheitern und den anderen Mut zu machen. Morgan ballte die Fäuste, doch als sie sprach war ihre Stimme ruhig. „Du verstehst es einfach nicht, es ist vorbei!“. Valka blickte besorgt in Richtung ihrer Cousine. Es beunruhigte sie, dass sie Morgans Gesicht nicht erkennen konnte. „Morgan?“, fragte Valka vorsichtig, doch Morgan hüllte sich erneut in Schweigen. Visteria sah besorgt von links nach rechts und zurück. Auf der einen Seite standen Morgan, den anderen immer noch den Rücken zugewandt, neben ihr Valka, die verunsichert ihre Cousine ansah. Auf der anderen Rhykker, der eher verwirrt schien und Jojo, die ungläubig in Morgans Richtung sah. „Ihr wollt also einfach aufgeben?“, fragte Rhykker in die gedrückte Stille hinein. Morgan reagierte nicht auf seine Frage. „Warum antwortest du ihm nicht, Morgan“, keifte Jojo und ballte ebenfalls die Fäuste. Valka hob beschwichtigend die Hände. „Leute, das war ein anstrengender Abend und wir sind alle müde. Lasst uns ins Bett gehen und Morgen sieht alles schon ganz anders aus.“. Während sie sprach ließ ihr Blick allerdings nicht von Morgan ab. Doch Jojo ließ nicht nach. „Nein Valka, ich würde wirklich gerne Morgans Antwort auf die Frage hören, die uns gerade doch alle so sehr beschäftigt. Also Morgan?“. Doch diese antwortete abermals nicht, sondern stand einfach nur da. Visteria ertrug die Stimmung nicht. Sie kramte in ihrer Tasche herum und zückte ein kleines Gefäß. Das Klirren durchbrach die Stille und hatte die Aufmerksamkeit der anderen erregt. Schließlich schien Visteria fündig geworden zu sein und zog ein ein kleines Fläschchen aus ihrer Tasche. Bevor jemand fragen konnte, was Visteria da hatte, löste sie den Korken und trank den ganzen Inhalt mit einem Schluck. „Was hast du da gerade getrunken?“, fragte Valka verunsichert. Solche Aktionen von Visteria bedeuteten nie etwas Gutes. Alle starrten Visteria gespannt an, der Streit schien fast vergessen. Selbst Morgan lugte über ihre Schulter Richtung Visteria, neugierig, was diese jetzt schon wieder machte. Und tatsächlich, nur wenige Sekunden später tat sich etwas, erst langsam, dann immer schneller. Visterias rechter Arm….schrumpfte. Die anderen sahen Visteria nur ungläubig an. Rhykker klappte der Mund auf. Hatte Visteria gerade den Schrumpftrank den sie Kavian gegeben hatte selber getrunken. Visterias Gesicht war keinerlei Reaktion abzusehen, in der Tat wirkte sie als würde sie die Tatsache, dass gerade ihr Arm schrumpfte, nur minder interessieren. Schließlich schien die Wirkung des Trankes abzuebben und Visterias Arm hatte seinen Endzustand erreicht. Da standen sie nun, im Korridor nur wenige Meter vom Büro des Schulleiters entfernt, waren gerade noch einem Rauswurf entgangen und vor ihnen stand Visteria mit einem Babyarm und schaute gleichgültig zurück. Die ganze Situation war einfach nur surreal. Rhykker regte sich als erstes. Erst kicherte er nur leise, doch sein lachen wurde immer lauter, sodass er sich die Hand vor den Mund halten musste, damit Professor Dumbledore nicht aus seinem Büro kam um nach dem Rechten zu sehen. Kurze Zeit später stimmten Valka und Jojo ein und selbst Morgan musste sich ein Grinsen verbreiten. Der Schrumpftrank war immer einer von Morgans Lieblingsscherzen gewesen. Visteria lächelte zufrieden. Gleich morgen würde sie einen Gegentrank brauen. Unter Hilfe von Morgan und Valka, denn sie hatte schon einmal versucht mit einem Babyarm Trönke zu brauen und es hatte nicht gut funktioniert. Nach und nach starb das lachen aus und die Stille kehrte zurück. Vereinzelt kicherte jemand nochmals wenn er den Blick auf Visteria fallen lies. Schließlich war es wieder komplett still, jedoch war die Stimmung etwas lockerer und nicht mehr so angespannt. Das Problem war nicht gelöst und Jojo machte sich immer noch sorgen um Morgans Reaktion, aber sie hatte keine Zweifel, dass sich das alles irgendwie lösen würde, schließlich waren sie Freunde. Jojo lächelte zuversichtlich. „Also bevor wir jetzt weiterstreiten gehen Rhykker und ich lieber in unseren Schlafsaal. Wenn wir alle ein bisschen geschlafen haben können wir über Visteria Kontakt aufnehmen.“. Die einzige Reaktion die sie erhielt war ein gut gemeintes Nicken von Valka, Morgan stierte stur in eine andere Richtung. Jojo verstand und drehte sich um. Doch bereits nach wenigen Metern kam sie wieder zum stehen und wandte sich zu ihren Slytherinfreunden um. Trotz aller Zuversicht, beschlich sie irgendwie das ungute Gefühl, dass dies das letzte mal sein könnte, dass die fünf normal und ungestört miteinander reden konnten. „Danke, dass ihr es versucht habt“, meinte sie nur. Rhykker nickte mit einem gut gemeinten Lächeln. Dann legte er den Arm um Jojo und führte sie langsam den Korridor entlang. Visteria sah ihnen nach bis die Dunkelheit sie verschlang. Dann wandte sie ihren Blick wieder zu Valka und Morgan. Valka ging nun auf ihre Cousine zu und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Morgan, ist alles ok? Machst du dir Sorgen, weil du Morgen zu Professor Dumbledore musste?“, fragte sie. Morgan schüttelte sich unwirsch die Hand von der Schulter und drehte sich endlich um. Valka hob die Augenbrauen. Mit so einem düsteren Ausdruck im Gesicht hatte sie Morgan noch nie erlebt. Doch sie entschied sich zu schweigen. Sie hatte Morgans Reaktion auf die Fragen von Professor Dumbledore zur Verdandi Familie durchaus wahrgenommen. Sobald die beiden eine ruhige Minute hätten würde sie sie darauf ansprechen. Aber nicht jetzt. Sie war müde und erschöpft und ihr tat alles weh. Sie drehte sich zu Visteria um und musste sich abermals ein Grinsen verkneifen. Aus Visterias Gesicht konnte Valka ablesen, dass dieser Morgans Gesichtsausdruck ebenfalls nicht entgangen zu sein schien. Sie schien sich aber ebenfalls dazu entschlossen zu haben, dies nicht zu bemerken. Nach einer kurzen Pause ergriff schließlich Morgan das Wort. „Lasst uns gehen“, war alles was sie sagte. Mit diesen Worten drehte sie sich abermals um und ging, ohne sich nochmal zu versichern, ob die anderen beiden ihr folgten, den Korridor entlang. Valka warf Visteria einen Blick zu, doch diese zuckte nur mit den Schultern (was abermals einfach zu witzig aussah) und folgte Morgan. Valka warf noch einen letzten Blick in den Korridor in dem kurz zuvor Jojo und Rhykker verschwunden waren. Sie hatte ein ungutes Gefühl. Schließlich wandte sie sich ab und hastete Morgan und Visteria hinterher.

Am nächsten Tag:
Morgan packte gerade ihre Zaubertrankutensilien nach einer Doppelstunde Zaubertränke zusammen. Die Stimmung der restlichen Slytherins schien ausgelassen zu sein. Dieses Wochenende stand ein Ausflug nach Hogsmead an und viele der Slytherins freuten sich darauf. Das Wetter war schön, draußen wehte eine leichte Brise. Perfekt für einen Ausflug. Morgan rollte mit den Augen. Normalerweise hätte sie sich darauf gefreut. Wahrscheinlich wäre sie zusammen mit Visteria in die drei Besen gegangen und hätte ein Butterbier getrunken und sich über die Hufflepuffs am Nachbartisch lustig gemacht. Wahrscheinlich hätte sie versucht eine Flasche Buttierbier unter ihrem Umhang nach Hogwarts zu schmuggeln um Valka aufzuheitern, die noch zu jung war nach Hogsmead mitzukommen. Doch gerade jetzt, konnte sie sich nichts Absurderes vorstellen, als nach Hogsmead zu gehen und so zu tun als sei alles in Ordnung. Sie seuftze. Gerade hatte sie ihr letztes Buch in ihre Schultasche gepackt, als jemand ihren Namen sagte. „Miss Verdandi, auf ein Wort bitte“. Sie erkannte den Ursprung der Stimme als Professor Slughorn, der an seinem Schreibtisch saß und Morgan freundlich, aber erwartungsvoll ansah. Morgan schwang sich ihre Tasche über die Schultern und machte sich in den vorderen Bereich des Klassenzimmers auf. „Was ist denn Professor Slughorn?“, fragte Morgan bemüht freundlich. Dabei fühlte sie sich heute alles andere als freundlich. Professor Slughorn schien dies zu bemerken, entschied sich aber, dass ihn das nichts anging. „Professor Dumbledore möchte dich bitte in seinem Büro sehen. Jetzt.“. Morgan erstarrte kurz. Irgendwie hatte sie gehofft die ganze Sache würde im Sande verlaufen. Sie nickte nur und machte auf dem Absatz kehrt. Als wäre sie auf dem Weg zu ihrem Henker lief sie so langsam wie möglich Richtung Schulleiterbüro und nahm dabei jeden Umweg den sie nehmen konnte. Letztendlich kam sie aber doch an, stand allerdings vor einer versperrten Tür. Sie klopfte. Nichts. Für einen Moment hatte Morgan die Hoffnung Dumbledore sei gerade nicht da und wollte gerade weggehen als sich die Tür öffnete. „Ah, Miss Verdandi, nur herein.“. Dumbledore trat einen Schritt zur Seite, damit Morgan eintreten konnte. Morgan ließ ihre Schultasche mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden fallen und ließ sich dann in dem Sessel nieder, in dem sie auch gestern gesessen war. Dumbledore schloss die Tür und wandte sich Morgan zu. „Darf ich Ihnen etwas anbieten, Miss Verdandi? Tee, Kürbissaft oder vielleicht sogar ein Butterbier?“, er lächelte und zwinkerte Morgan zu. Morgan zwang sich zu einem Lächeln, merkte aber selber, wie falsch dieses aussehen musste. „Nein, Danke“, presste zwischen ihren Lippen hervor. Dumbledore beäugte sie kurz und wandte sich dann ab. Schließlich setzte er sich mit einem Glas Kürbissaft an seinen Schreibtisch. „So Miss Verdandi, erst einmal danke, dass sie gekommen sind.“. „Ich hatte nicht wirklich eine Wahl", brach es aus Morgan hervor, die sich am liebsten auf die Zunge gebissen hätte. Dumbledore sah Morgan durch seine Halbmondbrillengläser andächtig an. Morgan hatte beinahe das Gefühl, dass diese blauen Augen durch sie hindurch sehen könnten. Nach kurzem Schweigen ergriff Dumbledore das wieder das Wort. „Keine Sorge, Miss Verdandi, sie sind nicht hier um Ärger zu bekommen. Ich möchte einfach ein bisschen mit Ihnen reden. Ist das in Ordnung?“. Morgan nickte nur. Was hätte sie auch sonst tun sollen? Dumbledore nahm einen großen Schluck Kürbissaft. „Nun, Miss Verdandi, gehe ich richtig in der Annahme, dass ihre Eltern Siv und Adalbert Verdandi sind?“. Morgan nickte erneut. „Ich hatte noch nicht das Vergnügen ihre Mutter kennenzulernen, aber Ihrem Vater bin ich bereits das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen. Arbeitet er nicht im Ministerium für magische Strafverfolgung?“. Abermals nur ein Nicken von Morgan. „Nun Miss Verdandi, mir sind da ein paar Gerüchte über Ihren Vater zu Ohren gekommen und ich würde gerne von Ihnen wissen, ob Sie mir dazu etwas sagen können?“. Nicken. „Gut, gut. Mir ist zu Ohren gekommen ihr Vater würde sich mit...wie formuliere ich das am besten...unkonventioneller Zauberei beschäftigen. Haben Sie da vielleicht etwas mitbekommen ?". Diesmal ein Schulterzucken von Morgan, "Keine Ahnung". So schnell gab Dumbledore allerdings nicht auf. "Ich habe auch gehört ihr Onkel, Norwin Verdandi, sei vor nicht allzu langer Zeit vor Gericht gestanden wegen des Gebrauchs schwarzer Magie und wurde freigesprochen. Hat Ihr Vater zuhause vielleicht mal etwas dazu gesagt?“, fragte Dumbledore jetzt vorsichtig. Diesmal Kopfschütteln. Dumbledore versuchte es erneut. „Haben sie von einem anderen Familienmitglied etwas seltsames mitbekommen? Geht jemand zu später Uhrzeit noch lange außer Haus? Haben sie öfter Gäste daheim, die sie nicht kennen? Hat Ihr Vater…“, Dumbledore zögerte kurz, „…irgendwelche Male am Körper?“. Für einen Bruchteil einer Sekunde veränderte sich Morgans Gesichtsausdruck. „Nein“, sagte sie vielleicht etwas zu hastig. Dies war Bestätigung genug für Dumbledore. Er seuftzte laut und betrachtete Morgan. Seine Befürchtungen hatten sich bestätigt. Das arme Kind. Für einen Moment wollte Dumbledore noch weitere Fragen stellen, entschied sich jedoch dagegen. Was sollte auch dabei herauskommen? Er wusste, was er wissen musste und wollte Morgan nicht weiter löchern. Auf Miss Verdandi würden schwere Zeiten zukommen. Zeiten in denen sie sich entscheiden müsste, was richtig und was falsch ist. Wer ihre Freunde waren und wer nicht. Auf welcher Seite sie stehen wolle. Doch er hatte Hoffnung für dieses Mädchen. Schließlich hatte er sie gestern erwischt, wie sie sich in den dunklen Wald geschlichen hatte und sich großen Gefahren ausgesetzt hatte, um ihre Freundschaft mit zwei Gryffindors, die beide aus Muggelfamilien kamen, zu retten. Vielleicht konnte sich Morgan Verdandi vom Einfluss ihrer Eltern befreien. Aus diesem Grund wählte er seine letzten Worte weise. „Nun gut, Miss Verdandi, das war auch schon alles. War gar nicht so schlimm wie befürchtet oder? Bevor sie allerdings gehen, Miss Verdandi, möchte ich Ihnen noch einen Rat mitgeben. Was sie aus diesem rat machen liegt ganz bei Ihnen. Sie können sich diesen Rat zu Herzen nehmen oder abtun als unsinniges Geplappere von einem alten Tattergreis. Mein Rat ist folgender: Hören Sie auf ihr Herz und tun sie, was Sie für richtig halten, nicht was andere für richtig halten. Sie haben ihr Herz am rechten Fleck, Miss Verdandi. Es gibt immer einen Ausweg, es ist nie alles verloren.“. Er betrachtete Morgan eindringlich. Doch Morgan regte sich nicht und sah nur auf den Boden. Nach einer Weile meldete sich Morgan zu Wort. „Darf ich jetzt gehen?“, fragte sie emotionslos. Dumbledore seufzte, nickte jedoch. „Natürlich, Miss Verdandi“. Mit diesem Worten stand er auf und geleitete Morgan zur Tür. Als seine Hand die Klinke berührte hielt er jedoch inne. „Ach eine Sache noch, Miss Verdandi“. Morgan sah mit gleichgültigem Blick auf. „Richten Sie ihrem Vater bitte viele Grüße von Albus Dumbledore aus. Sie können ihm ruhig von unserem Gespräch und meinen Fragen berichten. Ich denke er wird schon wissen, was gemeint ist. Und sagen Sie ihm bitte auch, dass er sich nicht so viele Sorgen um Sie hier in Hogwarts machen braucht. Sie sind hier sehr gut aufgehoben“. Das „Sehr“ im letzten Satz hatte Dumbledore hierbei besonders betont. Morgan nickte nur. Sie selber wusste ganz genau, was damit gemeint war. Schließlich öffnete Dumbledore die Tür und entließ Morgan in die Freiheit. Ohne sich nochmal umzusehen oder zu verabschieden huschte Morgan aus dem Büro und den Flur entlang. Dumbledore sah ihr nur nach und schüttelte betrübt den Kopf.
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Jojo » 2. Nov 2018, 17:03

Jojo hatte kaum ein Auge zugetan.
Nachdem das Adrenalin ihres Abenteuers langsam abgeklungen war, hätte sie eigentlich todmüde ins Bett fallen sollen. Doch stattdessen rotierten die Gedanken in ihrem Kopf.
Sie konnte Morgans Gesichtsausdruck einfach nicht vergessen. Als hätte eine emotionslose Maske sich über ihre Züge gelegt und ihre Stimme hatte fast fremd geklungen.
„Du verstehst es einfach nicht. Es ist vorbei.“
Wieder und wieder hallten diese Worte in Jos Kopf wieder und hinterließen einen Knoten in ihrem Magen. Sie hatte ein ganz mieses Gefühl.
Dementsprechend gerädert kam sie sich auch am nächsten Morgen vor, was der Spiegel im Badezimmer natürlich gleich mit „Augenringe sind kein Accessoire, Schätzchen!“ kommentierte und Jojo ihn dafür am liebsten kurz und klein geschlagen hätte.
Missmutig stocherte sie also beim Frühstück in ihren aufgeweichten Cornflakes herum, während Rhykker sich neben ihr eine große Portion Toast und Speck schmecken ließ.
„Du isst ja gar nichts.“, mampfte er und blickte auf die traurig in der Milch schwimmenden Cornflakes.
„Kein Hunger.“, murmelte Jojo und schob die Schüssel von sich weg. Dabei wanderte ihr Blick unwillkürlich zum Slytherin Tisch herüber, doch Morgan und Valka saßen mit dem Rücken zu ihr und hatten die Köpfe gesenkt. Rhykker folgte ihrem Blick und stupste ihr dann in die Seite.
„Hey, guck nicht so traurig. Wir finden schon noch einen Weg. Gestern war einfach nur zu viel auf einmal los.“
„Deinen Optimismus hätte ich gerne. Ich habe ein ganz blödes Gefühl in der Magengegend.“
„Das ist Hunger. Iss was.“
„Blödmann.“
Aber immerhin brachte Rhykker sie damit ein wenig zum Grinsen. Gerade als sie ihre Schüssel wieder zu sich heran zog, kündigte lauter werdendes Flügelschlagen die morgendliche Eulenpost an.
Mit den Krallen voran landete Athena, Jojos Schleiereule, vor ihr und ließ einen knallroten Briefumschlag auf ihren Schoß fallen. Dann machte sie sich sofort wieder davon, hektisch flatternd und nicht mal auf eine Belohnung warten, als wüsste sie, was auf ihr Frauchen nun zukommen würde.
„Oh nein.“, wisperte diese und starrte den Umschlag an, ohne anzufassen.
„Was ist denn?“, fragte Rhykker neugierig und streckte die Hand nach dem Brief aus, doch Jojo haute ihm auf die Finger.“
„Nicht“, presste sie hervor, „Das ist ein Heuler.“
Die anderen Schüler um sie herum waren ruhig geworden und reckten neugierig die Köpfe. Heuler waren immer ein besonderes Schauspiel.
Jojos Hände zitterten, als sie nun vorsichtig den Umschlag hochhob, der bereits an den Ecken zu qualmen begann. Sie würde es nicht rechtzeitig aus der Halle schaffen, bevor er explodierte, als entschied sie sich für das kleinere Übel und riss das rote Papier auf.
Mit einem Donnerschlag erwachte der Brief zum Leben und die Stimme von Jos Mutter hallte an den Wänden der Großen Halle wider.
„JOANNA REID! ICH KANN GAR NICHT SAGEN, WIE WÜTEND ICH BIN! IN DEN WALD GEHEN?! BIST DU LEBENSMÜDE GEWORDEN?! WEIßT DU, WAS DA FÜR KREATUREN HERUM LAUFEN! UND DANN AUCH NOCH MIT DIESEN VERDANDI SLYTHERINS! ICH HABE GEWUSST, DASS DIESE MÄDCHEN DICH ZU DUMMEN SACHEN ANSTIFTEN WERDEN! SOLLTE ICH NOCH EINEN BRIEF AUS HOGWARTS BEKOMMEN, DASS DU DICH IN GEFAHR GEBRACHT HAST, DANN WAR DAS DAS LETZTE SCHULJAHR FÜR DICH, JUNGES FRÄULEIN!!!!“
Einen Moment lang herrschte Totenstille in der Halle. Jojo hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und rührte sich nicht. Dann brach erstes Gelächter los und wenig später kringelte sich fast der gesamte Slytherin Tisch vor Lachen. Auch andere Schüler stimmten mit ein.
Jojo hob den Kopf. Ihr Blick traf auf den von Morgan und Valka, die beide mit stocksteifer, erschrockener Miene zu ihr herüber sahen. Das war zu viel.
Mit einem Ruck erhob sie sich, ballte die Faust um die zerfetzten Überreste des Heulers und stürmte aus der Halle. Rhykker folgte ihr auf dem Fuß.
Starr vor Schreck sahen Morgan und Valka ihnen nach. Um sie herum kicherten immer noch ihre Mitschüler.
„Arme Jojo“, flüsterte Valka leise, „Ein Heuler ist echt die Höchststrafe.“
„Ja? Findest du?“ Morgans Stimme war ganz kühl vor Sarkasmus und mit gerunzelter Stirn wandte Valka sich ihr zu, „Also ich finde, sie kann sich noch glücklich schätzen. Du weißt genau, was bei uns los sein wird, wenn heraus kommt, dass wir uns wieder mit Muggelgeborenen herum getrieben haben. Da würde ich mich über einen Heuler noch freuen.“
Valka sagte nichts dazu, sondern musterte Morgan nur besorgt von der Seite, die sich jedoch wieder über das Frühstück beugte. Dann nahm sie eine Bewegung aus den Augenwinkeln war und sah gerade noch, wie Visteria ebenfalls aus der Großen Halle eilte.

Jojo und Rhykker saßen nebeneinander auf einer Treppenstufe in der Eingangshalle. Jojos Augen waren noch immer ganz rot, Rhykker hatte den Arm um ihre Schulter gelegt und sprach leise auf sie ein. Als Visteria vor ihnen zum Stehen kam, sahen sie nicht mal auf.
Doch Jojo schien mehr wütend als traurig zu sein. Ihre Faust war immer noch fest über die kläglichen Überreste des Heulers gekrallt und ihre Schultern bebten.
„…musste sie das ausgerechnet in einen Heuler packen? Wo es die ganze Schule mitkriegt? Sie weiß doch genau, was das für Auswirkungen aus Valka und Morgan haben wird!“, sprach sie gerade, als Visteria ankam und erneut schossen ihr Wuttränen in die Augen.
„Ich glaube nicht, dass sie das böse gemeint hat. So weit hat sie vermutlich gar nicht gedacht, sie wollte dich nur ausschimpfen.“, versuchte Rhykker sie zu beruhigen, doch das war in dem Stadium, in dem sich Jo gerade befand, nahezu unmöglich.
„Oh, sie wusste ganz genau, was sie da tat! Ihr ging unsere Freundschaft doch schon seit der Begegnung in der Winkelgasse gegen den Strich! Du hättest mal ihren Blick sehen müssen, jedes Mal, wenn Schuhui einen Brief gebracht hat! Und jetzt weiß die ganze Schule, dass wir gemeinsam unterwegs waren und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch ihre Eltern erfahren und dann bin ICH Schuld daran, wenn sie nach Durmstrang müssen!“
„Ihre Eltern wissen das doch bestimmt sowieso schon. Ihnen wurde doch ein Brief geschickt.“
„Ich bezweifle, dass in dem Brief stand Hallo Mr. und Mrs. Verdandi, Ihre Tochter ist weg und übrigens mit genau den Gryffindors unterwegs, mit denen sie sich laut Ihrer Anweisung nicht mehr treffen sollte.
Rhykker wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Hilflos streichelte er über Jojos Schulter und sah dann fragend zu Visteria hoch, die sich nicht gerührt hatte und die beiden nur undurchsichtig musterte, wobei ihr Blick jedoch auf den Heuler in Jojos Hand geheftet war.
„Kann ich den haben?“, fragte sie schließlich und Jojo sah auf.
„Was?!“, fauchte sie.
„Die Überreste vom Heuler. Ist Magie drin. Könnte ich gebrauchen.“
Einen Moment lang starrte Jojos Visteria ungläubig an, dann erhob sie sich mit einem Ruck, so dass Rhykkers Arm von ihrer Schulter rutschte, und machte einen Schritt auf Visteria zu.
„Teri, hör zu. Das ist jetzt wirklich wichtig. Sag Valka und Morgan, ich regel das. Keine Ahnung…wir behaupten, ihr wolltet uns einen Streich spielen. Habt einen Willenlosigkeitstrank oder so gebraut und ihn an uns getestet und wolltet uns dann im Wald erschrecken, aber dann haben wir uns verlaufen. Irgendwie so etwas.“
„Ein Willenlosigkeitstrank“, wiederholte Visteria, „Das wäre hochgradig illegal. Wie der Imperius.“
„Aber jeder weiß, dass du es könntest.“, drängte Jojo, „Komm schon, Visteria. Wir müssen den beiden da raus helfen. Ich will nicht, dass sie aus Hogwarts genommen werden.“
Visteria hob die Schultern.
„Ich habe nicht gesagt, dass ich es nicht machen würde.“
„Du brauchst es nicht zu machen, du brauchst nur so zu tun, als hättest du es getan.“ Jojo raufte sich die Haare. Manchmal war es wirklich schwierig, mit Visteria zu reden, „Damit die anderen nicht denken, dass wir befreundet sind.“
„Aber Dumbledore weiß doch die Wahrheit.“, warf Rhykker ein, „Wenn der mitbekommt, dass wir etwas falsches erzählen.“
„Bei Merlins Unterhose, glaubst du wirklich, es interessiert Dumbledore, wenn wir so etwas herum erzählen?!“, fauchte Jojo, „Er weiß doch offensichtlich, in welcher Situation die beiden stecken! Er wird wissen, dass wir versuchen, sie zu schützen.“
Wieder wandte sie sich an Visteria.
„Sag ihnen das so, okay? Und erzählt es im Slytherin Gemeinschaftsraum herum. Je mehr diese Geschichte glauben, desto besser.“
„Von mir aus.“ Erneut hob Visteria die Schultern, „Kann ich den Heuler jetzt haben oder nicht?“
Back to witches and wizards and magical beasts.
To goblins and ghosts, it's a magical feast.
It's all that I love and it's all that I need
at Hogwarts, Hogwarts!

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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Mallmon » 5. Nov 2018, 18:23

Valka saß auf einem Sessel in der Nähe des Kamins und versuchte sich auf das Buch über Pflege magischer Geschöpfe vor ihr zu konzentrieren. Sie musste den Aufsatz über den richtigen Umgang mit Bowtuckles am nächsten Tag abgegeben haben und sie hatte nicht mal eine halbe Seite zustande gebracht. Doch so sehr sie sich auch bemühte, die Worte verschwammen vor ihren Augen und ergaben keinen Sinn mehr. Immer wieder schweiften ihre Gedanken ab und sie dachte an die Situation in der großen Halle am Morgen. Was würden ihre Eltern tun, wenn sie herausfänden, dass es Rhykker und Jojo waren, die mit ihnen im Wald waren? Noch hatten weder sie noch Morgan eine Nachricht erhalten. Morgan wirkte mit jedem Tag ohne Nachricht nervöser. Als dann der Heuler ihre Namen verkündete, schlang sie ihr Essen herunter und stürmte aus der großen Halle. Seit dem hatte Valka ihre Cousine nicht mehr gesehen. Eigentlich hätte sie gerne noch über das Geschehene geredet. Morgan hätte ihre Zweifel beseitigen können. Wo trieb sie sich nur rum. Als hätte sie ihre Gedanken gehört, schwang die Tür zum Gemeinschaftsraum auf und Morgan eilte hinein. Ihr sonst so perfektes Haar wirkte etwas zerzaust und wehte hinter ihr her. In der Hand hielt sie ein beschriebenes Pergament und ihre Schreibfeder. Sie schaute sich kurz um, erkannte Valka, und ging geradewegs zu ihr. Ohne eine Begrüßung meinte sie nur: „Darf ich mir Schuhui ausleihen?“ Valka schaute sie verwirrt an. Sie schaute auf das Pergament in Morgans Hand und erkannte den Anfang eines Briefes:

Lieber Vater,
vermutlich wurde dir bereits von Prof. Dumbledore berichtet, dass..“


Morgan bemerkte, dass Valka den Brief las und drehte ihn schnell weg. „Was ist jetzt? Darf ich?“ Sie schaute Valka erwartungsvoll an. „Ja, aber was schreibst du deinem Vater?“ Morgan antwortete nicht auf ihre Frage, drehte auf dem Absatz um und rannte schon fast aus dem Gemeinschaftsraum. Valka entschied, dass es keinen Sinn machen würde ihr zu folgen und so versuchte sie sich wieder auf das Buch vor ihr zu konzentrieren. Aber was hatte Morgan an Adalbert geschrieben? Und wieso hatte sie es ihr nicht erzählt? Sie erzählte ihr doch sonst alles. Sie nahm sich vor Morgan in einem ruhigeren Moment nochmal darauf anzusprechen.
Am nächsten Morgen ging Valka mit Visteria zum Frühstück. Morgan war bereits vorgegangen und wartete in der großen Halle auf sie. „Willst du mal was Cooles sehen?“ Visteria stupste Valka mit dem Ellbogen an. „Klar“, antwortete diese und blieb stehen. Visteria kramte kurz in ihrer Tasche und holte dann zwei kleine Fläschchen hervor. In dem einen war rotes Pulver und in dem anderen schien eine leicht violett glühende Flüssigkeit zu sein. Sie holte mit einem kleinen Löffel etwas von dem Roten Pulver aus dem Fläschchen und schüttete eine kleine Menge davon auf das Fenstersims zu ihrer Rechten. Dann träufelte sie einen Tropfen der violetten Flüssigkeit darauf und ging einen Schritt zurück. Nichts geschah. „Komisch, das sollte eigentlich..“ „AAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHH“ Plötzlich schien es als schreie eine Frau wütend in enormer Lautstärke. Valka und Visteria hielten sich die Ohren zu und rannten lachend den Gang hinunter. „Was was das denn?“ Noch immer lachend und außer Athem blieb Valka vor dem Tor zur großen Halle stehen. „Das klang ja wie die Mutter von Jojo.“ „Ja, sie hat mir ihren Heuler gegeben, als sie ihn nicht mehr gebraucht hat.“ Visteria zuckte nur mit den Schultern und verstaute die beiden Fläschchen wieder in ihrer Tasche.

Drinnen angenommen setzten die Beiden sich zu Morgan, die schon mit dem Frühstück begonnen hatte. „Da seid ihr ja endlich, ich bin schon fast fertig“. „Teri hat einen Kreischtrank aus Jojos Heuler gemacht. Das war cool. Meine Ohren klingeln immer noch ein bisschen“ „Habt ihr euch etwa mit Jojo rumgetrieben?“ Der Trank schien Morgan nicht zu interessieren. „ Du weißt doch genau, dass das nicht geht? Und hast du etwa vergessen, dass die andere Strafe auch noch aussteht? Ich will nicht wissen was uns erwartet, wenn raus kommt, dass du dich immer noch mit diesen Schlammblütern rumtreibst.“ Valka schaute beschämt auf den Tisch „Aber ich hab mich nicht mit ihnen getroffen. Visteria hat sich den Heuler allein besorgt“, sagte sie trotzig dem Tisch entgegen. Plötzlich landete Schuhui vor ihnen auf dem Tisch. Valka war erleichtert, dass ihre Eule für Ablenkung sorgte und wollte schon anfangen, den Brief von Schuhuis Bein zu entfernen, da pickte sie die Eule in die Finger. „Auuaa, was soll das denn?“ „Der Brief ist nicht für dich, der ist für Morgan“ Visteria hatte kurz rübergeschaut und sofort den Namen auf dem Papier gesehen. „Was so schnell schon?“ Morgan wirkte auf einmal nicht mehr wütend, sondern überrascht und nervös. Sie zog den Brief von Schuhuis Bein und begann ihn zu lesen. Als sie ihn beendet hatte, stand sie ohne ein weiteres Wort auf und verließ die große Halle. Valka schaute ihr mit offenem Mund nach. Sie macht es schon wieder.
Später als Valka gerade den Gemeinschaftsraum betrat, sah sie Morgan in ihrer Stammecke sitzen und lesen. Sie setzte sich dazu und fing an zu reden „Was sollte das heute Morgen? Wieso bist du schon wieder einfach angehauen? Was ist eigentlich los mit dir?“ Doch statt einer Antwort, blickte sich Morgan kurz im Gemeinschaftsraum um, ob ihnen auch niemand zusah und schob dann den Brief von Morgen in Valkas Richtung.

Liebe Morgan,
Es war die richtige Entscheidung mir zu schreiben. Ich hatte dich gewarnt, dich mit diesen Schlammblütern abzugeben. Jedoch scheinst du deine Lektion gelernt zu haben. Wie ich gesagt habe, werden sie dir alle irgendwann in den Rücken fallen. Ich bin stolz auf dich, dass du selbst eingesehen hast, diesen Menschen nicht zu trauen. Trotz allem hast du einen klaren Befehl von mir missachtet. Einzig deine Einsicht und deine Mutter haben dafür gesorgt, dass du noch in Hogwarts bist. Aber du hast den Sommer über Hausarrest. Und keine Widerrede. Wir haben auf der Arbeit magische Fußfesseln, welche ich schon viel zu lange nicht mehr eingesetzt habe.
Sollte ich über noch einen Regelverstoß deinerseits erfahren, oder dass du dich wieder umentschieden hast, ist das Schuljahr für dich beendet.
Adalbert Verdandi“


Als Valka den letzten Satz gelesen hatte, ging das Papier in Flammen auf und in ihrem Sichtfeld erschien dahinter Morgan, die mit ihrem Zauberstab auf das Papier zeigte. „Also hast du dich gegen Rhy und Jojo entschieden?“ fragte Valka leicht traurig. Morgan nickte. „Du musst das verstehen, sie tuen uns nicht gut. Wieviel Ärger haben wir ihretwegen schon bekommen und was hat uns das alles gebracht? Wir dürfen uns nicht von ihnen verweichlichen lassen. Wir sind Verdandis und müssen diesem Namen gerecht werden.“ In ihren Augen blitze Stolz. „ Du magst ja auch Rhenna, unsere eine Hauselfe, und trotzdem verhältst du dich nicht wie ein Hauself oder?“ Valkas Blick verhärtete sich. „Du hast recht“, sagte sie schließlich „ich hab mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, wie sehr sie mir schaden.“

„DAS HAT SIE NICHT GESAGT!!“ Jojos Stimme war den ganze Flur entlang zu hören. Außer Valka, die gerade zu Zauberkunst lief, war niemand sonst zu sehen. Sie bog um die Ecke und sah Rhykker, der gerade versuchte seine beste Freundin zu beruhigen, indem er ihr den Arm um die Schultern legte und sanft auf sie einredete. „Vielleicht war das nur ein Versehen“ „Ein Versehen? EIN VERSEHEN?“ Jojos Gesicht wurde rot. Als sie Valka sah, stapfte sie wütend auf sie zu. „Weißt du wie deine Cousine mich genannt hat?“ Schrie sie ihr ins Gesicht „ Ein Schlammblut! EIN SCHLAMMBLUT! Ich wusste ja, dass sie überheblich ist und andere Menschen für schlechter hält, aber das hätte ich nicht von ihr gedacht. Diese eingebildete Kröte würde ich am liebsten..“ „HEY; Morgan ist keine Kröte!“ Blaffte Valka zurück. Eigentlich hatte sie sich auf Zauberkunst mit den Gryffindors gefreut, aber Jojo hatte ihr gerade mächtig die Laune verdorben. „Und vielleicht ist Schlammblut etwas übertrieben ausgedrückt, aber im Prinzip hat sie doch Recht. Euer magisches Blut ist durch Muggelblut verunreinigt. Das ist doch nicht zu bestreiten. Also was ist daran bitte falsch, außer die Ausdrucksweise? Und vielleicht hatte sich auch Recht was euch angeht. Wenn ihr so über sie redet. “ Rhykker stand mit offenem Mund wie angewurzelt an der Stelle wo Jojo ihn zurück gelassen hatte. Jojo wollte gerade Luft holen um Valka eine Antwort entgegenzuschmettern, da wurde sie von Valka zur Seite gestoßen. Valka stürmte davon ohne sich noch einmal umzudrehen.
Munditia et Potentia sempiternae

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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Morgan » 6. Nov 2018, 23:10

Morgan saß müde in einem der großen Ohrensessel des Gemeinschaftsraumes. Sie wusste nicht wirklich wo ihr der Kopf stand. Niemand schien sie zu verstehen. Allen voran Joanna und Rhykker, die beiden Gryffindors, die sie bis vor kurzem noch ihre Freunde genannt hatte. Was wussten die Beiden schon von den Strafen die sie zu Hause zu befürchten hatte. Einmal hatte ihre Mutter zwei Wochen nicht mit ihr gesprochen, weil sie mit ihrem Spielzauberstab die Initialen des Familien Silbergeschirrs von einem V in ein A verzaubert hatte. Morgan war damals ziemlich stolz auf sich gewesen aber ihre Mutter unterstellte ihr mit Absicht aus dem siegreichen V ein A der Besiegten gezaubert zu haben. Mit 14 hatte sie eine Freundin aus dem Dorf mit der sie sich öfter heimlich im Wald traf. Leider mussten sämtliche Familienmitglieder aus ungeklärten Gründen in eins der weiter entfernten Muggle Krankenhäuser eingeliefert werden. Morgan hatte bis zum heutigen Tag den Verdacht, dass das Etwas mit dem Besuch ihres Vaters bei den Eltern von Anna zu tun. Dabei hatte er Morgan versprochen sich nur mal vorzustellen. Seit sie klein war waren andauernd irgendwelche wichtigen Menschen im Haus, zu deren Besuch sie sich gut anziehen musste und die ganze Zeit nichts sagen durfte. Im Gegensatz dazu war in Hogwarts alles so leicht. Die Tage waren heller und die Menschen freundlicher. Die Lehrer interessierten sich für sie. Morgan musste an Dumbledores Worte denken. Ihr Vater solle sich keine Sorgen machen sie sei hier sehr gut aufgehoben. Was hatte er damit überhaupt gemeint? Sicherlich war sie gut aufgehoben in Hogwarts, aber zu Hause doch genauso. Ihr Vater hatte die besten Beziehungen und verkehrte mit den richtigen Menschen um in diesem Krieg auf der Gewinner Seite zu stehen. Ob Rhykkers Eltern überhaupt wussten was momentan in der Welt geschah? Ob er überhaupt eine Strafe bekommen hätte, wenn seine Eltern ihn mit Valka und ihr gesehen hätte? Joanna hat ja auch nur Hausarrest bekommen. Abgesehen von dem Heuler ihrer dummen Mutter, in dem sie sich natürlich nicht verkneifen konnte ganz Hogwarts von ihrer nächtlichen Tour in Kenntnis zu setzten. Das hatte wieder Alles bestätigt, was ihr Vater ihr über Blutsverräter eingebläut hatte. Überhaupt schien er immer Recht zu haben. Es lag an ihr selbst. Sie vermasselte es einfach ständig ihn stolz zu machen. Ob Vallka genauso viel Angst hatte ihren Eltern von Dingen zu erzählen? Ronja war immer so nett zu Morgan. Auch wenn ihr Vater meinte sie sei zu nachlässig mit ihrer Cousine und sie hätte die wahren Werte noch nicht verinnerlicht. Deshalb hatte Morgan auch nicht recht gewusst, ob sie den Brief ihres Vaters ihr zeigen sollte. Außerdem hatte sie aus einem ihr unverständlichen Grund ein Gefühl etwas Schlechtes zu tun, als sie ihrem Vater von ihrer Einsicht über die Gryffindors schrieb. Was ihr noch mehr Angst machte war, dass sie wusste, dass ihr Vater stink sauer auf sie war, weil Dumbledore sie auf ihn angesprochen hatte. Natürlich hatte er das in seinem Brief verschwiegen. Doch die Ferien würden wohl dieses Jahr sehr unschön für sie ausfallen. Dabei hatte sie vor dem Schuljahr doch erst im Wald eine kleine Höhle gefunden in der die coolsten Edelsteine sein mussten.
Visteria und Valka schlenderten mit ihren Schulbüchern bepackt auf sie zu. „Morgan, kommst du mit in die Bibliothek? Wir wollen noch die Hausaufgaben für Pflege magischer Geschöpfe fertig schreiben.“ Stöhnend richtete sich Morgan auf und sammelte ihre Bücher vom Beistelltisch auf. Hausaufgaben… Irgendwie war einfach alles gerade zu viel. Valka beobachtete sie aufmerksam und Visteria grinste sie an, als hätte sie gerade eine Drachenherzfaser gewonnen. Zu dritt liefen sie den Korridor entlang als sie von der Seite eine Stimme hörten: „ O schau Rhykker wer da ist! Die hochwohlgeborenen Verdandis…
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Psyche
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Psyche » 8. Nov 2018, 17:10

Zu Dritt liefen sie den Korridor entlang, als sie von der Seite eine Stimme hörten: „ O schau Rhykker wer da ist! Die hochwohlgeborenen Verdandis…

Mit verschränkten Armen und giftiger Miene starrte Jo den drei Slytherins entgegen und missachtete dabei Rhykkers sanften Stups in die Seite, der ihr offenbar sagen sollte, dass sie nett sein sollte. Doch ihr war absolut nicht nach nett sein. Zu übel nahm sie es vor allem Morgan, was sie ihr gegenüber geäußert hatte.

Morgan zog eine Augenbrauen hoch. “Hast du ein Problem, Joanna?”

Valka verlagerte ihr Gewicht von einem Fuß zum anderen und wippte nervös hin und her. Sie schaute abwechselnd von Morgan zu Jojo und zurück und wusste nicht was sie sagen sollte. Rhykker schien es dabei ähnlich zu gehen, sein Blick hatte etwas flehendes als hoffe er irgendwas würde passieren das die Situation entschärfen würde.

Jo verschlug es einen Moment lang die Sprache. Niemand in der Schule außer den Lehrern nannte sie bei ihrem vollständigen Namen! Ihre Hände ballten sich langsam zu Fäusten.
“Wenn du schon so fragst…”, zischte sie, “Ja, ich habe durchaus ein Problem mit Freunden, die einen dann auf einmal hängen lassen, weil man plötzlich nicht mehr gut genug für ihr Elitepack ist.”
Morgan sah sich um, um sich zu vergewissern, dass Niemand sie hören konnte. “Diese Freundschaft war vom ersten Tag an zum scheitern verurteilt. Ich wollte es mir nur nicht eingestehen...
Warum sollte ich auch meine Familie enttäuschen nur um mit Rhykker einen Fresswettbewerb zu machen?! Ihr habt ja Nichts zu verlieren! Für euch ist es so einfach!”
“Wir müssen ja nichts essen...” murmelte Rhykker und sah traurig auf seine Stiefel.

“Einfach? Glaubst du, meine Mum hat keinen Aufstand gemacht nach dem Ding in der Winkelgasse?”, fauchte Jo zurück, “Himmel, sie wollte McG schreiben, damit die kontrolliert, dass wir nicht mehr zusammen rumhängen! Und wenn es vom ersten Tag an klar war, dann hättet ihr euch vielleicht in ein anderes Abteil setzen sollen!”
“Valka wollte bei euch sitzen. Nicht ich.”

Valka warf Morgan einen finsteren Blick zu. Sie hatte es ebensowenig gestört bei Jojo und Rhykker zu sitzen wie Valka. Sie beschloss das aber erstmal nicht anzusprechen, sie brauchten gerade nicht auch noch Streit untereinander. “Es konnte ja niemand wissen, zu wem wir uns da setzen. Außerdem war es ja am Anfang auch ganz lustig” Sie hoffte, die gespannte Stimmung so etwas schlichten zu können. Doch ein Blick auf Morgan und Jojo genügte um zu bemerken, dass das nicht klappen würde.

Visteria beobachtete den Schlagabtausch zwischen Morgan und Jojo schweigend. Einzig an ih den Verdaren Augen, die zwischenndis auf der einen und Jojo und Rhykker auf der anderen Seite hin und her wanderten, konnte man erkennen, dass sie den Streit aufmerksam verfolgte. Sie mochte nicht in welche Richtung sich dieser Streit entwickelte, allerdings fehlten ihr die sozialen Fertigkeiten die richtigen Worte zu finden. Wieso hatte sie nur keinen neuen Schrumpftrank gebraut? Der hatte die Stimmung das letzte Mal gut aufgelockert. Doch diesmal blieb ihr nichts anderes übrig, als das was früher oder später hätte passieren müssen, passieren zu lassen.

Jojo machte eine wegwerfende Handbewegung.
“Wisst ihr was?”, knurrte sie, “Ich bin es leid, ständig darauf zu warten, ob es sich lohnt, weiter Zeit in diese Freundschaft hinein zu investieren. Wir haben fast das gesamte letzte Jahr damit verbracht, irgendwelche Bücher zu wälzen, haben teilweise unseren Hals für euch riskiert, nur damit wir befreundet bleiben können. Und wenn man euch jetzt so hört klingt es, als ob ihr uns die Schuld dafür gebt, dass es nicht funktioniert. WIR können auch nichts für unseren Blutstatus, nur mal so nebenbei. Wenn er nicht gut genug für euch ist, ist das euer Problem.”
“Da sind wir uns mal einig. Es ist ein Problem, dass nicht mehr länger eins ist. Kommt wir gehen.” sagte Morgan zu Visteria und ihrer Cousine.

“Ja schön!”, rief Jojo, als die drei sich umwandten, “Gehen wir dem einfach aus dem Weg, das ist ja offenbar die einfachste Lösung für uns alle!” Ihr Gesicht war rot vor Zorn und eine kleine Stimme merkte in ihrem Hinterkopf an, dass sie sich unfair benahm, aber die Wut war nun mal größer. Dann ertönte neben ihr eine weitere Stimme, ruhig und ungewohnt bestimmt.
“Nein!”, sagte Rhykker laut, “Geht noch nicht. Lasst uns das klären. Ich will mich nicht die restlichen fünf Jahre in Hogwarts ständig streiten. Und du…”, wandte er sich an seine beste Freundin, “...bist jetzt erstmal ruhig und kommst runter.”

Valka drehte sich wieder um und machte eine Schritt auf Jojo zu. “Niemand hat euch allein die Schuld gegeben, Jojo! Doch jetzt tu nicht so als hättet ihr keine Schuld an allem. Dir hat doch von Anfang an nicht gefallen, dass wir aus einer wohlhabenden, angesehenen Familie kommen. Wir können auch nichts dafür ,dass deine Mutter sich damals falsch entschieden hat und dir mit deinem Vater deine Zukunft verbaut hat.” Ihre Stimme bebte, als sie sich wieder Morgan zuwandte um zu gehen.

Es war nur Rhykkers schneller Reaktion zu verdanken, dass es Jojo nicht gelang, den Zauberstab auf Valka zu richten. Während er seine beste Freundin am Arm packte und sie mühsam zurück hielt, brüllte Jojo so laut los, dass ihre Stimme in dem leeren Gang widerhallte: “WIE - KANNST - DU - ES - WAGEN!” Ihre Stimme überschlug sich, “Mit meinem Dad die Zukunft verbaut?! VERBAUT?! Ich habe lieber einen Vater, der Muggel ist, als einer, der mich niedermacht und vor dem ich Schiss haben muss!”

“BEIM HORKLUMP, JETZT REICHT ES ABER!!!” Donnerte Rhykker los, so spontan dass selbst Visteria zusammen zuckte. “Wir sind komplett anderen Meinungen, wir müssen jetzt BITTE damit aufhören! Das Thema ist durch wir haben’s verstanden aber können wir immerhin der guten Zeiten die wir hatten wegen nun aufhören uns anzuschreien? Er bemerkte wie beinahe jeder der Anwesenden Luft holte etwas zu erwidern. “Lokomotor Vorhang!” sagte er und gab sich sichtliche Mühe diesen Zauber jetzt bloß nicht zu verbocken und einer der großen Vorhänge am Fenster klappte auf und blockierte den Blickkontakt der beiden Gruppen. “Lebt wohl…” sagte er traurig und lies zitternd den Zauberstab sinken.


Als der Vorhang sich zwischen ihnen und den beiden Gryffindors zu zog staunte Visteria nicht schlecht. So viel Aktionismus hatte sie dem sonst so ruhigen Rhykker gar nicht zugetraut. Ein bisschen enttäuscht war sie ja. Sie konnte mit Streit in ihrer direkten Umgebung zwar nicht besonders viel anfangen, dennoch war sie neugierig gewesen, wie weit Jojo und Morgan bereit gewesen wären zu gehen. Wenn es eins gab, dass Visteria fast so sehr liebte wie Gifte, dann war es wohl Chaos. Sie liebte es Unruhe zu stiften und dabei zuzusehen, wie die Welt vor ihren Augen brannte. „Kommst du, Teri? Es ist gleich Zeit fürs Abendessen“, hörte sie hinter sich Valka rufen. Nur wiederwillig löste sie ihren Blick von dem Ort hinter dem Jojo und Rhykker verschwunden waren.

Wenig später beim Abendessen in der großen Halle:
Visteria aß genüsslich ihren Braten mit Kartoffeln. Morgan hatte ihre Kürbissuppe hingegen kaum angerührt und saß mit verschränkten Armen neben Visteria. Immer wenn Jojo oder Rhykker ihren Blick vom Gryffindortisch zu den dreien herübergleiten ließen, drehte Morgan demonstrativ ihren Kopf in eine andere Richtung und machte ein lautes „Hmph“-Geräusch. Jedes Mal wenn Visteria Morgans Schnauben hörte hob sie gespannt den Kopf und sah von Morgan zu Jojo, die lustigerweise genau das gleiche wie Morgan tat. Wenn Morgan und Jojo weniger Zeit damit verbrächten sich gegenseitig demonstrativ zu ignorieren, würden sie wohl erkennen, wie ähnlich sie sich im Endeffekt doch waren, mutmaßte Visteria. Welche eine Ironie. Valka, der der Streit immer noch ein wenig nah ging, rührte ihr Essen ebenfalls kaum an. Uninspiriert stocherte sie in ihrem Eintopf herum. Sie hatte dem Gryffindortisch mit Absicht den Rücken zugewandt, da sie den Anblick von Jojo und Rhykker noch nicht wieder ertrug. Für Visteria, die die ganze Situation inzwischen interessiert betrachtete, war das ganze Geschehen inzwischen zu einer Art Sozialstudie geworden. Eigentlich hatte sie nichts gegen Jojo oder Rhykker. Blutstatus war ihr schon immer egal gewesen. Viel mehr hatte es sie gestört, dass Jojo und Rhykker einen deutlich anderen moralischen Kompass besaßen als die drei Slytherins. Oft hatte Jojo Visteria für ihre Streiche und Experimente an anderen Leuten gemaßregelt und manchmal war sie sogar richtig wütend geworden. Auf der anderen Seite musste Visteria aber zugeben, dass sie es vermissen würde Jojos erhobenen Zeigefinger zu sehen, während diese Visteria einen Vortrag hielt, warum das, was sie getan hatte, nicht in Ordnung war. Chaos zu stiften machte nur dann Spaß, wenn sich jemand darüber aufregte. Auch Rhykker hatte sie ins Herz geschlossen, in seiner Naivität war er nicht nur das perfekte Opfer gewesen (zumindest so lange bis er von Jojo zum Tabu erklärt wurde), sondern hatte sich auch immer für Visterias Tränke interessiert. Sie hatte immer ein wenig lächeln müssen, wenn seine Augen in gespannter Vorfreude zu leuchten begannen, wenn Visteria mit einer kleinen Ampulle in welcher sich eine undefinierbare Flüssigkeit befand auf die anderen zugekommen war. Aber trotz aller Sympathien für die beiden Gryffindors wusste Visteria wo ihr Platz war. Morgan war die erste Person gewesen, die Visteria als einen „Freund“ bezeichnet hatte und auch Valka hatte Visteria ohne zu fragen in ihre Mitte aufgenommen. Aus diesem Grund war Visteria loyal gegenüber ihren Freundinnen. Vollkommen egal, für wen oder welche Seite sich die beiden entscheiden würden. Ihre Feinde waren Visterias Feinde und wenn Morgan sich irgendwann entschließen würde sich den Todessern anzuschließen, würde Visteria ihr folgen. Komme was wolle.

Ein paar Wochen später in den Schulferien:
Visteria saß gerade in ihrem Zimmer über einem Kessel aus dem dichte grüne Dampfwolken hervorquollen. Vor ihm saß Visteria auf dem Boden umgeben von allerlei seltsamen Zutaten. Immer wieder nahm sie eine der Zutaten, vor sich hinmurmelnd, in die Hand und ließ diese in den Kessel fallen. Sie hatte ihr Zimmer bereits seit Tagen nur zum Essen und aufs Klo gehen verlassen. Der Grund dafür waren ihre beiden großen Schwestern, die derzeit ebenfalls im Anwesen waren. Warum wusste Visteria nicht, die letzten Jahre hatte sie die beiden kaum gesehen, vermutlich hatten sie irgendwelche Aufgaben im Namen der Todesser ausgeführt. Was auch immer der Grund war, er interessierte Visteria nicht sonderlich. Alles was sie interessierte, war, dass sie ihre Schwestern nicht leiden konnte, was auf Gegenseitigkeit beruhte. Aus diesem Grunde versuchte sie ihr Zimmer so selten wie möglich zu verlassen. Glücklicherweise war sie zu Beginn der Ferien bei den Verdandis eingeladen worden. So hatte sie zwei Wochen außer Haus verbringen können und somit einen Großteil der Zeit mit ihren Schwestern umgehen können. Jetzt war sie jedoch wieder da und ihr blieb nichts anderes übrig als in ihrem Zimmer auszuharren und zu hoffen, dass ihre Schwestern bald möglichst wieder verschwinden würden. In just diesem Moment klopfte es an der Tür. Ohne eine Antwort abzuwarten traten öffnete sich diese laut knallend und ihre beiden Schwestern traten ein. „Wenn man vom Teufel spricht“, dachte Visteria und beschloss ihre Schwestern zu ignorieren. Doch so einfach sollte es nicht werden. „Was machst du da?“, fragte Freya, Visterias älteste Schwester, mit einem Tonfall, der nichts gutes verhieß. Neben ihr stand Aurora, die mittlere Schwester, die Arme in die Hüfte gestemmt und hämisch grinsend. Beide hatten waren, genau wie Visteria blond und blauäugig. Freya hatte einen kurzen Pixie Haarschnitt, während Aurora die langen Locken ihrer Mutter geerbt hatte. Wie Visteria schon öfters zu hören bekommen hatte, waren die beiden Schwestern wohl sehr begehrt in der Männerwelt. Nicht dass sie so etwas groß interessierte. „Bist du taub?“, fragte jetzt Aurora und trat noch einen Schritt auf Visteria zu, sodass sie jetzt genau vor ihr standen. Visteria seuftze. Ignorieren funktionierte diesmal wohl leider nicht, wie es schien. In aller Ruhe sammelte sie die auf dem Boden herumliegenden Zutaten zusammen und legte diese fein säuberlich in eine Ecke, um sie vor den Schwestern in Sicherheit zu bringen. Denk Kessel rückte sie ebenfalls ein wenig fort. All dies tat sie in einer Seelenruhe, sodass ihre Schwestern langsam ungeduldig wurden. Visteria wollte gerade die letzte Ampulle, in der sich eine giftig grüne Flüßigkeit befand, zur Seite stellen, als Freya grob ihr Hand packte und nach oben zog, sodass Visteria wiederwillig aufstand. „Was wollt ihr?“, fragte Visteria und sah Freya emotionslos in die Augen. Die beiden grinsten böse. Freya zog einen Brief aus der Tasche und wedelte damit vor Visterias Gesicht herum. „Vater hat uns gesagt, dass er einen Brief aus Hogwarts bekommen hast. Scheinbar bist du Nachts im verbotenen Wald geschnappt worden mit zwei Gryffindors. Und nicht nur irgendwelche Gryffindors. Schlammblüter habe ich gehört! Schlammblüter! Du bist wirklich eine Schande für die Familie. Vater wollte deine Bestrafung eigentlich selber übernehmen, aber unser armer Vater hat zurzeit genug zu tun, da kann er sich nicht auch mit dem schwarzen Schaf unserer Familie abgeben. Deswegen haben wir ihm angeboten das zu übernehmen. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?“, fragte Freya. Visteria wusste sehr genau, dass es vollkommen egal war, was sie sagen würde, weswegen sie es dabei beließ unbeeindruckt mit den Schultern zu zucken. „Nichts, hä?“, meldete sich jetzt Aurora zu Wort, „Typisch Visteria.“, bei diesen Worten spuckte sie Visteria vor die Füße. Bei Visteria zeigte sich keine Regung. „Ich habe gehört, dass du mit den Verdandi Kindern dort warst. Ich habe die Verdandis immer für respektable Zauberer gehalten. Nicht nur einmal habe ich mich mit Adalbert Verdandi unterhalten. Ein anständiger Mann und auch der Rest der Familie ist äußerst anständig. Ich nehme an, dass auch die Verdandi Kinder anständig waren, bis sie dich kennengelernt haben. Die ganz Aktion trägt doch deine Handschrift, Visteria. Tja, jetzt sind die beiden jedenfalls verloren. Diesen Makel werden die beiden nicht so leicht loskriegen.“. „Blutsverräter“, zischte Freya aus dem Hintergrund. „Widerliche Blutsverräter! Ich hoffe die Bestrafung die die beiden erhalten haben ist angemessen. Vielleicht sollten wir uns ja mal bei den Verdandis melden und sie wissen lassen, wie gut wir im Bestrafen sind.“, die beiden grinsten sich beide an. Gespannt warteten sie auf eine Reaktion von Visteria. Diese umklammerte weiterhin die kleine Ampulle mit der grünen Flüssigkeit. Doch statt eines neutralen Gesichtsausdrucks, den die Schwestern sonst von ihr kannten, lächelte sie jetzt. Es war allerdings nicht irgendein Lächeln. Irgendetwas an diesem Lächeln ließ es Freya und Aurora eiskalt den Nacken hinunterlaufen. Sie wussten sehr wohl zu was Visteria fähig war. Das hatten sie in der Vergangenheit bereits das ein oder andere Mal am eigenen Leib erfahren dürfen. Doch seit Visteria in Hogwarts war, hatte sich ihre Destruktivität dorthin verlagert. „Warum grinst du so blöd?“, fragte Aurora nervös. Keine Antwort. Aurora und Freya sahen sich verunsichert an. Für einen Moment herrschte absolute Stille. Mit einem Mal setzte sich Visteria in Bewegung. Blitzschnell griff sie in Auroras lang Locken und zog so fest daran, dass ihr Kopf zur Seite zuckte und gegen Freyas Kopf donnerte, die neben ihr stand. Die beiden stöhnten schmerzerfüllt, doch bevor sie wussten wie ihnen geschah spürten sie wie sich eine kochend heiße Flüssigkeit über ihren Köpfen ergoss. Aurora wollte ihren Kopf zurückziehen, doch ein Wiederstand hinderte sie daran. Als sie es erneut versuchte hörte sie die Schmerzensschreie ihrer Schwester. Wieso konnte sie ihren Kopf nicht bewegen? Als sie es ein weiteres Mal versuchte und ihre Schwester erneut spitz aufrschrie verstand sie plötzlich warum sie ihren Kopf nicht mehr frei bewegen konnte. Panisch öffnete sie die Augen und sah Visteria, immer noch seelenruhig lächelnd vor ihnen stehen, die jetzt leere Ampulle in der Hand. „Was hast du getan?!“, schrie Aurora sie laut an. Doch Visteria reagierte nicht, sondern genoss lediglich den Anblick der sich ihr zeigte. Sie hatte zwar eine ungefähre Vorstellung davon gehabt, wie das Gift wirken würde, dass sie durch ein sehr schwieriges Brauverfahren aus einigen seltenen Pflanzen und Tieren hergestellt hatte, doch dass sich ein derart schöner Anblick ergeben würde, hätte sie nicht gedacht. Ihre beiden Schwestern waren im wahrsten Sinne des Wortes am Kopf zusammengeschmolzen. Beinahe, so musste Visteria kurz schmunzelnd denken, sahen sie aus wie ein sehr hässlicher Torbogen, so bildeten die beiden ein umgekehrtes U. Es juckte sie in den Finger und somit konnte sie es sich nicht verkneifen das zu tun, was sie jetzt als nächstes tat. Langsam ging sie auf die beiden Schwestern zu. „Was machst du?! Bleib stehen! Komm nicht näher!“, schrie Aurora jetzt und die beiden wichen zurück, was sich als aufgrund der mangelnden Koordination als schwierig gestaltete. Doch Visteria ließ sich nicht beirren. Sie ging immer weiter auf die beiden zu, bis sie direkt vor ihnen war und dann…bückte sie sich unter den beiden hindurch und verließ das Zimmer. Visteria lächelte böse. Sie hatte es nicht lassen können unter den beiden am Kopf zusammengewachsenen Schwestern hindurchzugehen. Noch waren sie verwirrt was genau passiert war, doch schon bald würden sie es merken. Sie würden sich nur umdrehen und in den Spiegel schauen müssen. Visteria ging den Flur zur Treppe gemächlich entlang, als sie zwei spitze Schreie hinter sich hörte, die durch das gesamte Anwesen hallten. Sie grinste und ging seelenruhig die Treppe hinunter und in die Küche. Die panischen Schreie verhallten lange nicht. Während Visteria sich in aller Ruhe eine Tasse Tee zubereitete, fragte sie sich, ob die beiden es wohl überhaupt geschafft hatten aus Visterias Zimmer zu gelangen oder ob sie, wie ein Hund mit einem zu langen Stock, an ihrer Zimmertür festhingen. Schmunzelnd setzte sie sich an den langen Esstisch und und trank einen großen heissen Schluck Tee. Hier würde sie warten, bis ihr Vater nach Hause kam. Sie schloss die Augen und lauschte der Symphonie, die aus dem oberen Bereich des Hauses erklang.
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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Jojo » 8. Nov 2018, 17:56

Dass das Schuljahr auf diese Weise enden würde, hätte Jojo am Anfang nicht gedacht. Das Abschlussessen bekam sie kaum herunter. Immer wieder wanderte ihr Blick hinüber zum Slytherin Tisch und gleichzeitig kochte Wut und Trauer in ihr hoch, wann immer ihr Blick auf die Verdandis fiel. Nein, SIE würde mit Sicherheit nicht den ersten Schritt Richtung Versöhnung machen. SIE hatte ihre angeblichen Freunde nicht als Schlammblüter bezeichnet und sie als minderwertig betrachtet. Aber trotzdem…
In ihrem Bauch befand sich seit dem Streit ein Knoten. An dem Abend danach hatte sie noch bis tief in die Nacht mit Rhykker im Gemeinschaftsraum gesessen. Zuerst hatten sie nur schweigend ins Feuer gestarrt, die anderen Gryffindors ignorierend. Erst, als der Gemeinschaftsraum sich geleert hatte, hatte sie ihrer Wut Luft gemacht. Sie hatte geheult, getobt, ein Kissen in den Kamin geworfen und hatte schließlich hemmungslos an Rhykkers Schulter geschluchzt, der sie fest an sich gedrückt hatte. Auch er war wütend, aber die Enttäuschung war größer. Nachdem die erste Wut verraucht war, hatten sie noch bis um drei Uhr nachts leise miteinander geredet und waren dann erst todmüde in die Betten gefallen.
Sie waren sich beide einig, dass ein weiterer Versöhnungsversuch nichts bringen würde.
Jojo war fast froh darüber, dass nun die Sommerferien begannen und sie Morgan und Valka bis September nicht sehen müsste.

Einige Wochen später, Ende der Sommerferien
Es war mitten in der Nacht, als ein Klackern und Scharren am Fenster Jojo aus ihrem Schlaf hochriss. Irritiert blinzelte sie in die Dunkelheit und machte dann einen Schatten am Fenster aus. Abrupt saß sie aufrecht.
“Athena?“, murmelte sie und ihr Blick wanderte zu dem leeren Eulenkäfig am Fenster. Ihre verletzte Schleiereule war noch immer nicht wieder zurück…einiges war passiert in den vorherigen Wochen.
Die Eule vor dem Fenster stieß einen hohen Kreischton aus und rasch sprang Jojo aus dem Bett. Das würde noch fehlen, wenn ihre Mutter wach würde. Sie hatte immerhin strenges Eulenverbot, Hausverbot, Alles-Verbot…wie gesagt, es war einiges passiert.
Als sie nun das Fenster öffnete, hüpfte zu ihrer Überraschung eine ihr wohlbekannte Eule auf das Fensterbrett.
“Was zum…Schuhui?!“ Wie vor den Kopf geschlagen starrte Jojo Valkas Eule an, die den Briefumschlag mit ihrem Namen drauf nun auf den Schreibtisch hatte fallen lassen und sich auf Athenas Käfig niedergelassen hatte. Rasch bot Jojo ihr ein paar Eulenkekse und Wasser an, dann nahm sie mit wild klopfenden Herzen den Briefumschlag und schlitzte ihn auf. Im Dämmerlicht der Straßenlaterne las sie langsam Valkas Brief.
Sie las ihn zweimal. Dreimal. Zuerst spürte sie wieder die heiße Wut in sich hochkochen. Im Prinzip wiederholte Valka nur noch einmal ihre Worte des Streits. Doch sie waren nun anders. Sorgfältiger ausgewählt. Ruhiger, mit dem Bedürfnis, sich zu erklären, nicht anzugreifen. Jojo spürte, wie ihre Augen sich mit Tränen füllten.
Für einen Moment starrte sie wie betäubt auf die Worte in ihrer Hand. Dann riss Schuhui sie aus ihren Gedanken, indem sie mit dem Schnabel gegen das wieder geschlossene Fenster schlug.
“Himmel, Schuhui, ruhig.“, zischte Jojo, „Gedulde dich noch ein paar Minuten, dann kannst du meine Antwort gleich mitnehmen.“
Sie hielt der Eule noch einen Keks hin und kramte dann Feder und Pergament hervor.
Es fiel ihr schwer, die Feder ruhig zu halten und hatte das Gefühl, ihre Worte waren krickelig und Valka würde direkt sehen, wie schwer es ihr fiel, sie auf das Pergament zu bringen. Doch schlussendlich faltete sie den Brief wieder zusammen, hielt ihn Schuhui hin und öffnete dann leise das Fenster, damit die Eule in die Nacht flattern konnte.
Eine Weile stand sie noch am Fenster und sah den immer kleiner werdenden Schatten hinterher. Ihre Hand hatte sich um Valkas Brief geklammert, ohne es zu merken.
Nein, sie würden ihre Freundschaft nicht wieder aufbauen können. Das würde unmöglich sein. Nicht nach all dem, was vorgefallen war. Vielleicht hatte Morgan Recht gehabt, vielleicht war es naiv gewesen, daran zu glauben.
Aber trotzdem…Jojos Hand schloss sich noch fester um das Papier…sie wollte nicht daran glauben, dass Morgan und Valka schlechte Menschen waren. Und sie würde die zwei Jahre nicht einfach vergessen.
Sie hoffte nur, bei allem, was zur Zeit passierte…wenn es hart auf hart kommen würde, dass sie nicht gezwungen wäre, sich gegen einen der beiden Verdandis zu stellen. Denn sie war sich sicher, dass sie dazu nicht in der Lage wäre.
Back to witches and wizards and magical beasts.
To goblins and ghosts, it's a magical feast.
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at Hogwarts, Hogwarts!

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Re: Im Hogwarts Express

Beitrag von Mallmon » 10. Nov 2018, 09:39

Valka konnte gar nicht richtig glauben, dass ihre Freundschaft mit den Gryffindors jetzt vorbei war. Jedes mal wenn Morgan und sie Jojo und Rhykker begegneten, schaute jeder in eine andere Richtung um nicht ausversehen den anderen in die Augen zu schauen. Einmal hatte Valka Rhykker alleine auf dem Flur gesehen, als er in seiner Tasche kramte. Er blockierte dabei fast den ganzen Durchgang. Valka versuchte sich so unaufällig wie möglich an ihm vorbei zu schieben. Doch einmal trafen sich ihre Blicke und schnell schaten beide weg. Ohne ein Wort eilte Valka weiter und steckte sich ihre Hände in die Taschen. Ihre Finger erfühlten einen kleinen, runden Gegenstand. Verwundert zog sie ihn aus der Tasche und schaute ihn an. Auf ihrer Hand lag ein kleines grünes Bonbon, welches in durchsichtiges Papier verpackt war. Es dauerte einen Moment, bis Valka wieder einfiel, dass Rhykker ihr vor ihrem Streit welche mitbringen wollte. „Danke Rhykker“ dachte sie und lächelte traurig in sich hinein. Das war wohl das letzte Mal, dass er ihr neue Süßigkeiten zeigen konnte.



In den Sommerferien im Haus der Verdandis:
Die ersten Wochen der Sommerferien vergingen wie im Fluge. Visteria war zu Besuch und sie experimentierten ununterbrochen an irgendwelchen Tränken oder anderen Dingen. So kam Valka nicht dazu sich noch einmal die Situation mit den Gryffindors durch den Kopf gehen zu lassen. Doch als Visteria abgereist war, fühlte sie sich schrecklich einsam. Von Morgan hatte sie bisher auch nicht viel gehört, denn sie durfte durch ihr Hausarrest auch nur eingeschränkt Briefe schreiben. Valka allerdings schrieb ihr alle paar Tage von den Dingen, die im Wald vor sich gingen oder was Vistera und sie gemacht hatten. Dann viel ihr auch der Streit in der Schule wieder ein. Jojo hatte nichts verstanden. Vermutlich hatte sie gar nicht zugehört und ist schon von einer Beleidigung ausgegangen. Sie überlegte Jojo einen Brief zu schreiben, um das ganze nochmal ruhiger zu erklären. Doch sie verwarf diese Idee schnell wieder. Das würde doch auch nichts nützen. Sie hatte keine Lust mehr sich für ihre Meinung zu rechtfertigen und Jojo war vermutlich zu Sturrköpfig das zu verstehen. Sie würde ihren Brief nicht einmal lesen. Diese ungeklärte Situation ließ Valka keine Ruhe und so setzte sie sich am Nachmittag doch noch an ihren Schreibtisch und begann einen Brief an Jojo zu schreiben. Sie brauchte sehr lange um die richtigen Worte zu finden und als sie den Brief schließlich versiegelte, war es schon fast Nacht. Sie übergab den Brief Schuhui und lies sie hinaus. Valka blickte ihrer Eule noch eine Weile nach, auch als sie gar nicht mehr zu sehen war. Hoffentlich würde Jojo sie jetzt endlich verstehen. Doch sie rechnete mit keiner Antwort. Umso überraschter war sie als am Morgen Schuhui mit einer Antwort von Jojo auf ihrem Fensterbrett saß. Hastig offnete sie den Brief und begann ihn zu lesen. Unten angekommen ließ sie ihre Schultern nach unten sinken. Jojo hatte sie noch immer nicht verstanden und Valka sah auch keine Hoffnung darin, dass sie es je würde.
Sie schrieb noch schnell einen Brief an Morgan um ihr von dem Brief zu berichten und ging dann nach unten, wo ihre Eltern schon am Frühstückstisch auf sie warteten.
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